Eine Liebe, in Gedanken von Kristine Bilkau

Eine Geschichte von Liebe und Lebenslügen, vom Gefühl des Auf- und Umbruchs in den 1960er-Jahren. Nach ihrem erfolgreichen Debüt „Die Glücklichen“ hält Kristine Bilkau den Leserinnen und Lesern in „Eine Liebe, in Gedanken“ einen Spiegel vor: Wie viel Risiko, Intensität und Schmerz ist man bereit zuzulassen, wenn es um Beziehungen und Gefühle geht?

Eine Liebe, in Gedanken – Inhalt

Hamburg, 1964. Antonia („Toni“) und Edgar scheinen wie füreinander gemacht. Sie sind im Krieg geboren und in einer Zeit der Härte und Verdrängung aufgewachsen. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern der Heimat, wollen die Welt kennenlernen, anders leben und anders lieben als ihre Eltern, verloben sich. „Eine Liebe, in Gedanken von Kristine Bilkau“ weiterlesen

Malte Herwig, Die Frau, die Nein sagt

Rebellin, Muse, Malerin: Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso. Françoise Gilot und Picasso waren zehn Jahre ein Paar, bevor sie mit den gemeinsamen beiden Kindern auszog, um Claude und Paloma vor dem Künstler-Despoten zu schützen und in Freiheit ein neues Leben zu beginnen. Vor dem Gott der Kunst, der oft unausstehlich war, aber von seiner Familie verlangte, das in Kauf zu nehmen, flüchtete sie. Picasso hatte zuvor um sie gekämpft, ihr prophezeit, niemand würde sich für sie interessieren, wenn sie nicht mehr an seiner Seite lebte. Ohne ihn sei sie nichts. Aber sie besaß den Mut, sich aus seinem Schatten zu lösen, sich nicht mehr klaglos für ihn zu opfern. Und sie spürte, dass Picasso nur seine Angst vor Einsamkeit zu bewältigen suchte.

Françoise Gilot wiedersetzt sich Picasso

Bisher hatte es Picasso immer verstanden, sich Frauen abhängig zu machen und zu seiner Verfügung zu halten. Doch Françoise Gilot widersetzte sich, wurde ihm zur „Frau, die Nein sagt“. Das hatte nichts mit Picassos ständigen Eskapaden und Seitensprüngen zu tun. Das hatte sie akzeptiert, geduldet und sogar die Mutterrolle übernommen – nach langem Drängen. So versuchte sie Picasso an sich zu binden. Mit 22 Jahren entdeckte er sie als seine Muse und formte sie. Damit glaubte er das Recht zu haben, sie in allem zu bestimmen. Die Frau, die Nein sagt beleidigte sein Schicksal mit ihrem Auszug. Unendliches Selbstmitleid überfiel Picasso. Nie hätte er gedacht, dass sie ihn wirklich verlässt und ein eigenes Leben führt. 1953 musste Picasso Weihnachten ohne seine Familie feiern. Liebe und Kommunikation zwischen den beiden war an ihr Ende gekommen. Und die intellektuelle Unabhängigkeit, die Gilot suchte, konnte ihr Picasso nicht schenken.

Françoise Gilot als Vorbild freien Lebens

Françoise Gilot überlebte Picasso um Jahrzehnte. Noch mit 90 malte sie jeden Tag. Schon morgens in Pyjama und Pantoffeln. „Zum Malen brauchst du Leidenschaft, du musst in Schwung kommen und den Vogel Zweifel von der Schulter scheuchen“, erklärte sie ihrem Biographen Malte Herwig, der für die FAZ und die Süddeutsche schreibt. Geboren 1921 in Neuilly-sur-Seine sollte sie eigentlich die juristische Laufbahn einschlagen, doch wandte sie sich schon 1938 der Malerei zu und stellte 1943 zum ersten Mal aus. Auf dieser Ausstellung lernte sie den 40 Jahre älteren Picasso kennen und die beiden wurden schnell ein Paar. Nach der Trennung 1953 versuchte Picasso Gilot zu bannen, untersagte Pariser Galerien ihre Werke auszustellen, versuchte ein Buch über ihr Leben mit ihm zu untersagen, brach schließlich jeden Kontakt zu ihr ab. Dennoch konnte sie ein kreatives, erfülltes und produktives Leben führen. Aus Selbstachtung und Selbstfürsorge.

Malte Herwig und Françoise Gilot nähern sich in dem Buch Die Frau, die Nein sagt, zentralen Fragen des Lebens: Worauf kommt es wirklich an? Was bedeutet Glück und was spendet Zufriedenheit? Es ist ein Buch über die Kunst. Und über die Kunst eines erfüllten Lebens. Es geht also nicht nur um Begebenheiten der Vergangenheit, sondern um Lebensmaximen einer starken eigenständigen Frau, die immer ihren persönlichen Weg ging und der selbst ein Monument wie Picasso die Lebenslust nicht stehlen konnte.

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