Lars Kepler, Ich jage dich

Wer jagt hier wen? Zunächst ein Serienmörder junge Frauen, die allein leben. Singles, die er abends durch die Fenster filmt. Hinterher stellt er seine Voyeur-Clips auf Youtube. Das ist das Zeichen dafür, dass er die jeweils gefilmte Frau ermordet. Mord mit Ansage also. In Ich jage dich versucht die Kriminalpolizei natürlich den nächsten Frauenmord zu verhindern, doch der Täter ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Bis die Ermittler einen bewusstlosen Mann am vierten Tatort vorfinden.

Lars Kepler – ein Pseudonym

Lars Kepler ist Pseudonym für das schwedische Ehepaar Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril, die seit 2009 Krimis veröffentlichen, in denen Kommissar Joona Linna im Mittelpunkt steht. Ihre Krimis sind in mehr als 30 Ländern veröffentlicht worden und haben viele Literaturpreise eingeheimst. Alexandra studierte Schauspiel, brach aber ihr Studium nach einigen Semestern ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen, das ihr Mann Alexander nach einem Studium der Philosophie, Religion und des Films als Theater-Autor aufnahm. Das Pseudonym der beiden Schriftsteller lehnt sich zum einen an den Astronomen Johannes Kepler an, den sie als eine Art Detektiv betrachten, der die Beobachtungen des dänischen Astronomen Tycho Brahe verfolgte. Lars dagegen geht auf Stieg Larsson zurück, der die Ahndorils inspiriert.

Ich jage dich und das Thema Stalking

Trotz der literarischen Anmutung von Ich jage dich geht es bestialisch zur Sache beim Morden. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, wenn sich in einer Leiche mehr als 100 Messerstiche finden. Aber geht ein Stalker wirklich so weit? Ja, Stalker sind obsessiv und bedrohen ihr Opfer oft nicht nur psychisch. To stalk bedeutet jagen, hetzen, verfolgen, nachstellen. Das kann in dramatischen Fällen bis zur Tötung des Gestalkten führen. Wie ein Jäger gehen Stalker vor, wenn sie Personen nachstellen, die eine Beziehung mit ihnen zurückgewiesen haben. Doch auch unbeteiligte Menschen können zu Stalking-Opfern werden, wenn ein Täter sie stellvertretend für andere büßen lässt. Überhaupt kommt es auf die Persönlichkeit des Stalkers an, auf seine Motivation und seine Beziehungsverhältnisse, wie stark er stalkt und wen er als Opfer auswählt. Ich jage dich kann als eine erschütternde Art der Annäherung an das Phänomen Stalking betrachtet werden. Ob Sie wie vom Lesen Schlafstörungen, Angstsymptome, Kopf- oder Magenschmerzen bekommen, hängt von Ihren Nerven ab. Ich habe Sie gewarnt! Stalking-Opfer, und das sind allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen, vor allem Frauen, trifft es weitaus schlimmer: Sie können auch an Depressionen, Kontrollverhalten, Vereinsamung oder posttraumatischen Belastungsstörungen leiden.

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