Ich, Jean und die Nacht meines Lebens von Brian Katcher

Ein toller Jugendroman des preisgekrönten US-Schriftstellers Brian Katcher: In Ich, Jean und die Nacht meines Lebens hat ein schüchterner junger Mann eine ungewöhnliche Idee, um den Highschool-Abschlussball zu überstehen. Geeignet für junge Leserinnen und Leser ab 12 Jahren.

Ich, Jean und die Nacht meines Lebens – Inhalt

Solange Deacon mit seinem Vater, einem Kleinganoven, zusammenlebte, musste er mindestens einmal im Jahr seine Sachen packen und umziehen. Nun wohnt er seit zwei Jahren bei seiner Oma Jean und hat endlich ein Zuhause. Jean ist ihm eine echte Freundin geworden, Deacon fühlt sich wohl und möchte so schnell auch nicht mehr weg. „Ich, Jean und die Nacht meines Lebens von Brian Katcher“ weiterlesen

Paul Bühre: Teenie Leaks

Paul Bühre war Schülerpraktikant bei der ZEIT und hat es mit 16 Jahren zum Buchautor gebracht. Nicht schlecht, sagt da der Specht. Auf Zeit Online schrieb er mit 15, was ihm und seiner Generation wichtig ist. Dabei wird schon nach wenigen Zeilen klar, dass die Schule bei vielen den Alltag bestimmt. Dann gibt es verschiedene Kodexes (?), die man einhalten muss, um als cool oder beliebt zu gelten. Generell gilt: Wer Kleidungsmarken trägt, wird akzeptiert. Die anderen müssen über Charakter oder ähnliche Eigenschaften verfügen. Bloß nicht zeigen, dass die Eltern bei der Kleidungsfrage mitsprechen. Ansonsten wird man Hackfleisch, also Außenseiter. Mädchen müssen schon früh sexy und erwachsen rüberkommen – Schminke, Hotpants etc. Nur: Jungs, die da hinschauen, gehn gar nicht, werden beschimpft. Außer, ja außer der guckt hin, in den das Mädchen verknallt ist. Logisch.

teenie leaks

Zeit ist ein großes Thema. Jugendliche in der Pubertät haben viel zu wenig Zeit. Die Schule und die Prüfungen fordern ganz schön viel ab. Wie soll man da noch ein Auslandsjahr unterbringen, das die Karriere befördert. Klar wird aber auch, dass das Handy, Facebook, Spielchen und Bilder-Verschicken Zeit en masse schlucken. Und wer WhatsApp benutzt, kriegt selten ein geregeltes Freizeitleben hin. Ganz schlimm: Chatten. Finger weg! Man kann zwar als Model auftreten, aber weil alle sich als möglichst toll ausgeben, nervt das auf die Dauer. Und dann ist da noch der Computer, an dem man versinken kann, weil es gar nicht einfach ist einen Bauernhof aufzubauen, Kühe zu melken, den Traktor zu fahren, die Ernte einzubringen. Manche dieser Spiele ziehen per virtueller Währung ordentlich das Taschengeld ab. Am Wochenende wartet die Home-Party, von der nicht wenige besoffen oder bekifft wegwanken.

Die Pubertät ist eine Scheiß-Zeit. Die Eltern werden plötzlich zu Gegnern, verbieten dies und das, wollen ständig alles wissen. Mathe ist das Allerschlimmste, denn es ist das einzige Fach, bei dem Abschreiben nicht hilft, weil man den Lösungsweg selbst durchdacht haben muss. Die Welt der Teenager ist für manche Erwachsene ein Rätsel. In Teenie Leaks – Was wir wirklich denken (wenn wir nichts sagen) erklärt der Berliner Gymnasiast mit viel Humor, was in den Köpfen von Pubertierenden vorgeht und wie Eltern seiner Meinung nach damit umgehen sollten. Denn der Alltag unter gestressten Lehrern, gutmeinenden Eltern und anderen, die Teenagern das Leben schwer machen, ist anstrengend. Und die eigene Gruppe ist ebenfalls nervig. Das gibt es Gruppe A, „die oberhammer-geilste-krasseste Gangster-Antischul-Gruppe, in die alle reinwollen“, die Gruppe B, alle, die in Gruppe A nicht reinkommen, also Spätpubertierende, Weicheier, Nerds und die Gruppe x47MKKD89SY, für männliche Teenager alle weiblichen Angehörigen einer Klasse, die einen Dschungel von Lügen, Verschwörungen, Dramen, Angst, Wut und Geheimnissen aufbauen. Alkohol, Sex, Facebook und Stimmungsschwankungen machen Teenager konsumorientiert, pornographieverdorben und jederzeit bereit, das Geschenk von Oma gegen Gras oder Wodka-Energy einzutauschen. Zumindest sehen das die Eltern so. Aber Paul Bühre erzählt stattdessen von von Computerspielen, Unterhosenmoden, Mädchenkleidung, Schüleraustausch, Verliebtsein in Zeiten des Internets und Knutschen im Kinderzimmer. Ach ja, und auch noch von Eltern, die ständig nur das Beste wollen, aber damit genau das Gegenteil erreichen.

Bis Teenie Leaks dachten Sie vielleicht, dass sich mit Teenagern keine drei Minuten reden lasse, ohne dass es piept, klingelt oder blinkt. Oder dass es bei ihnen wie Bushido oder Kollegah um nicht mehr als die zehn Vokabeln, auf denen deren Texte basieren, geht: Prada, Lambo, Nutte, Hurensohn, Babo, reich, geil, verfickt, ficken, fick dich. Nee, Teenie Leaks zeigt, dass Teenager ganz schön reflektiert sein können. Über Teenie Leaks kann ein schwierig gewordenes Gespräch zwischen Eltern und Pubertierenden wieder aufgenommen werden. Das ist gut.