Hool von Philipp Winkler

Auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2016: Hool (eBook) von Philipp Winkler entführt in eine Welt, die dem Normalbürger so fern ist wie der Mond – und doch nur um die Ecke liegt.

Hool – Inhalt

Heiko Kolbe gehört zur Hooligan-Szene in Hannover. Er hat seine Beziehung verbockt, ist durchs Abitur gefallen, jobbt für einen Onkel. Die Hooligans sind seine zweite Familie, seine Jungs, seine Blutsbrüder, seine Welt, die er mit aller Gewalt schützt und verteidigt. Heiko ist ein harte Junge, aber mit einem großen Herzen, eigentlich ein Romantiker, der aber nicht gelernt hat, seine Gefühle auszudrücken. Und so bleibt ihm am Ende nichts außer der Gewalt … „Hool von Philipp Winkler“ weiterlesen

Die Mühle von Elisabeth Herrmann

Ein Thriller für junge Leser ab 14 Jahren: Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann dreht eine Gruppe junger Menschen durch Die Mühle (eBook). Klingt nach einer ordentlichen Portion Grusel für lange, dunkle Herbst- und Winterabende. Auch für Erwachsene?

Die Mühle – Inhalt

Die coolste Clique an Lanas Schule nannte sich The Court. Ihre Mitglieder schienen damals für Lana unerreichbar, sie waren ihre Helden, alle hatten vor ihnen Respekt. Für Johnny, damals Mitglied von The Court, schwärmt Lana noch immer, als sie ihn beim Studium wiedertrifft. Anfangs bemerkt er sie gar nicht. Doch eines Tages fällt er ihr von einer Treppe direkt vor die Füße – und bricht sich dabei die seinen. „Die Mühle von Elisabeth Herrmann“ weiterlesen

Kirsten Fuchs – Mädchenmeute

Ein wunderbarer Jugendroman von Kirsten Fuchs: Mädchenmeute (eBook) erzählt von acht Teenagern, die die Freiheit und die großen Fragen des Lebens entdecken.

Wirklich begeistert ist die fünfzehnjährige Charlotte Nowak nicht, als ihre Mutter sie zum „Ferien-Fun-Survival-Camp“ anmeldet. Sie reagiert mit einem altersgerechten Schulterzucken. Denn im Grunde ist es dem schüchternen Mädchen egal, ob sie sich in ihren Sommerferien dort oder bei ihrer Oma langweilen soll.

Statt Langeweile gibt’s erst mal Ärger. Charlotte soll ohne Smartphone, dafür mit Schlafsack, Zeckenzange, Feuerzeug, Regensachen und ähnlichem Zeug in die ostdeutsche Wildnis ziehen. Eine Zumutung. Allerdings ist das ganze Camp schlimmer als erwartet. Die sieben anderen Mädchen sind nicht sonderlich nett. Und dann verschwindet die Betreuerin samt dem Gepäck. „Kirsten Fuchs – Mädchenmeute“ weiterlesen

Paul Bühre: Teenie Leaks

Paul Bühre war Schülerpraktikant bei der ZEIT und hat es mit 16 Jahren zum Buchautor gebracht. Nicht schlecht, sagt da der Specht. Auf Zeit Online schrieb er mit 15, was ihm und seiner Generation wichtig ist. Dabei wird schon nach wenigen Zeilen klar, dass die Schule bei vielen den Alltag bestimmt. Dann gibt es verschiedene Kodexes (?), die man einhalten muss, um als cool oder beliebt zu gelten. Generell gilt: Wer Kleidungsmarken trägt, wird akzeptiert. Die anderen müssen über Charakter oder ähnliche Eigenschaften verfügen. Bloß nicht zeigen, dass die Eltern bei der Kleidungsfrage mitsprechen. Ansonsten wird man Hackfleisch, also Außenseiter. Mädchen müssen schon früh sexy und erwachsen rüberkommen – Schminke, Hotpants etc. Nur: Jungs, die da hinschauen, gehn gar nicht, werden beschimpft. Außer, ja außer der guckt hin, in den das Mädchen verknallt ist. Logisch.

teenie leaks

Zeit ist ein großes Thema. Jugendliche in der Pubertät haben viel zu wenig Zeit. Die Schule und die Prüfungen fordern ganz schön viel ab. Wie soll man da noch ein Auslandsjahr unterbringen, das die Karriere befördert. Klar wird aber auch, dass das Handy, Facebook, Spielchen und Bilder-Verschicken Zeit en masse schlucken. Und wer WhatsApp benutzt, kriegt selten ein geregeltes Freizeitleben hin. Ganz schlimm: Chatten. Finger weg! Man kann zwar als Model auftreten, aber weil alle sich als möglichst toll ausgeben, nervt das auf die Dauer. Und dann ist da noch der Computer, an dem man versinken kann, weil es gar nicht einfach ist einen Bauernhof aufzubauen, Kühe zu melken, den Traktor zu fahren, die Ernte einzubringen. Manche dieser Spiele ziehen per virtueller Währung ordentlich das Taschengeld ab. Am Wochenende wartet die Home-Party, von der nicht wenige besoffen oder bekifft wegwanken.

Die Pubertät ist eine Scheiß-Zeit. Die Eltern werden plötzlich zu Gegnern, verbieten dies und das, wollen ständig alles wissen. Mathe ist das Allerschlimmste, denn es ist das einzige Fach, bei dem Abschreiben nicht hilft, weil man den Lösungsweg selbst durchdacht haben muss. Die Welt der Teenager ist für manche Erwachsene ein Rätsel. In Teenie Leaks – Was wir wirklich denken (wenn wir nichts sagen) erklärt der Berliner Gymnasiast mit viel Humor, was in den Köpfen von Pubertierenden vorgeht und wie Eltern seiner Meinung nach damit umgehen sollten. Denn der Alltag unter gestressten Lehrern, gutmeinenden Eltern und anderen, die Teenagern das Leben schwer machen, ist anstrengend. Und die eigene Gruppe ist ebenfalls nervig. Das gibt es Gruppe A, „die oberhammer-geilste-krasseste Gangster-Antischul-Gruppe, in die alle reinwollen“, die Gruppe B, alle, die in Gruppe A nicht reinkommen, also Spätpubertierende, Weicheier, Nerds und die Gruppe x47MKKD89SY, für männliche Teenager alle weiblichen Angehörigen einer Klasse, die einen Dschungel von Lügen, Verschwörungen, Dramen, Angst, Wut und Geheimnissen aufbauen. Alkohol, Sex, Facebook und Stimmungsschwankungen machen Teenager konsumorientiert, pornographieverdorben und jederzeit bereit, das Geschenk von Oma gegen Gras oder Wodka-Energy einzutauschen. Zumindest sehen das die Eltern so. Aber Paul Bühre erzählt stattdessen von von Computerspielen, Unterhosenmoden, Mädchenkleidung, Schüleraustausch, Verliebtsein in Zeiten des Internets und Knutschen im Kinderzimmer. Ach ja, und auch noch von Eltern, die ständig nur das Beste wollen, aber damit genau das Gegenteil erreichen.

Bis Teenie Leaks dachten Sie vielleicht, dass sich mit Teenagern keine drei Minuten reden lasse, ohne dass es piept, klingelt oder blinkt. Oder dass es bei ihnen wie Bushido oder Kollegah um nicht mehr als die zehn Vokabeln, auf denen deren Texte basieren, geht: Prada, Lambo, Nutte, Hurensohn, Babo, reich, geil, verfickt, ficken, fick dich. Nee, Teenie Leaks zeigt, dass Teenager ganz schön reflektiert sein können. Über Teenie Leaks kann ein schwierig gewordenes Gespräch zwischen Eltern und Pubertierenden wieder aufgenommen werden. Das ist gut.