Wann kommt der eBook Reader mit Farbdisplay?

Um es vorweg zu nehmen: Nein, es gibt noch immer keinen „richtigen“ eBook Reader mit Farbdisplay. Wobei „richtig“ heißen soll, mit eInk-Display oder einer vergleichbaren Technologie, also stromsparend und vor allem augenschonend und damit für längeres Lesen geeignet.

Um eBooks mit Farbabbildungen zu lesen oder anzuschauen – ob Bilderbücher, Reiseführer, Bildbände, Comics oder andere – muss man also noch immer andere Wege beschreiten und Kompromisse eingehen. Hier ein kurzer, aktueller Überblick.

Am einfachsten ist natürlich, man nimmt ein normales Smartphone oder Tablet (die in der Regel alle ein Farbdisplay haben) und lädt sich eine aktuelle eBook-Reader-App drauf. Die tolino App zum Beispiel bietet verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für Licht und Display und man kann sich das Lesen dadurch angenehmer machen. Solche Apps sind gut für die Lektüre zwischendurch geeignet, ein komplettes Buch wird man damit trotz individueller Einstellungen nicht lesen wollen. „Wann kommt der eBook Reader mit Farbdisplay?“ weiterlesen

Leseproben – nicht nur praktisch

Jeder gute Online Bücher Shop bietet heute Leseproben an – jedenfalls für die meisten Bücher. Eine sehr praktische Erfindung, denn man kann in ein Buch nicht nur reinlesen, man kann sich dafür auch noch jede Menge Zeit lassen. Anders als das Internet macht eine Buchhandlung ja mal irgendwann zu (ganz abgesehen davon, dass man mittlerweile oft schief angesehen wird, wenn man dort zu lange rumliest). Aber je mehr man in ein Buch reinlesen kann, desto eher vermeidet man „Fehlkäufe“. Informiert sein lohnt sich. „Leseproben – nicht nur praktisch“ weiterlesen

Free eBooks – auf der Suche nach dem Geheimtipp

Kostenlose eBooks gibt es, seit es eBooks gibt. Und damit sind hier keine illegalen Tauschbörsen und ähnliche Online-Portale gemeint. Wer weiß, wo man suchen muss, findet im Internet vom Krimi übers Fachbuch bis zum Klassiker der Weltliteratur zigtausende ePubs, PDFs etc. zum freien Download. „Free eBooks – auf der Suche nach dem Geheimtipp“ weiterlesen

Schlechte Nachrichten vom E-Book-Markt

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Viel ist passiert auf dem E-Book-Markt in letzter Zeit. Ich versuche das Wichtigste für Sie zusammenzutragen.

So entschied der Europäische Gerichtshof, dass E-Books keinem günstigeren Mehrwertsteuersatz unterliegen. Dagegen gilt für gedruckte Bücher ein reduzierter Mehrwertsteuersatz. In Deutschland muss man bei einem gedruckten Buch nur sieben Prozent gegenüber 19 Prozent bei einem E-Book zahlen. Damit würden Leser von E-Books schlechter gestellt als Leser von gedruckten Büchern, wie der Branchenverband Börsenverein des deutschen Buchhandels kritisierte. Selbst Hörbücher haben nur sieben Prozent Mehrwertsteueranteil in Deutschland. In der Tat ist schwer nachzuvollziehen, warum das Kulturgut Buch unterschiedlich besteuert werden soll, je nachdem in welcher Form es vorliegt.

Die zweite schlechte Nachricht für den deutschen E-Book-Markt lieferte die Gesellschaft für Konsumforschung. Sie stellte fest, dass die Steigerung des E-Book-Marktes im Gesamtjahr 2014 nur noch 7,6 Prozent ausmachte und das E-Book-Segment in Deutschland damit nur einen Marktanteil von 4,3 Prozent am Gesamtbuchmarkt erreicht. 2013 war das E-Book-Segment noch um 61 Prozent gewachsen. Wie die Entwicklung weitergeht, ist unklar. Hauptanteil der E-Books sind Unterhaltungsromane. Sie machen 84 Prozent der E-Book-Downloads aus. Andere Buch-Genres entwickeln sich kaum im E-Book-Segment. Tröstlich für den E-Book-Markt ist dabei nur, dass der Bereich Schul- und Fachbücher nicht untersucht wurde. Gerade im Fachbuchsegment haben E-Books einen viel höheren Buchmarkt-Umsatz-Anteil.

Damit in Zusammenhang steht die Tatsache, dass die E-Book-Preise tendenziell weiter sinken, während die Print-Buch-Preise weitgehend stabil bleiben. Im gedruckten Buchmarkt sind die Preise durch die Druck- und Papierkosten weniger flexibel als auf dem E-Book-Markt, in dem Selfpublisher die Preise von Verlagen stark unterbieten können. Andererseits zeigt diese Tatsache, dass die oben erwähnte GfK-Untersuchung anders aussähe, würde nur die Anzahl der verkauften Produkte von Print- und E-Book-Markt miteinander verglichen.

Ebenfalls schlechte Nachrichten erreichen die E-Book-Verlage aus Büchereien. Die kämpfen nämlich immer stärker dafür, E-Books zu gleichen Bedingungen wie gedruckte Bücher an ihrer Nutzer verleihen zu dürfen, auch ohne lästigen Gang in die Institution. E-Book-Leihe öffentlicher Bibliotheken, so die Angst der E-Book-Verlage, zerstöre ihre Finanzierungsbasis. Deshalb fehlen heute noch viele Titel im Angebot der Bibliotheken, vor allem die populären. Die Verlage lizensieren sie den Bibliotheken nicht. Und die Verleihe von E-Books ist streng nach dem Modell beim gedruckten Buch geregelt: Ist ein E-Book von einem Nutzer ausgeliehen, kann es die Bibliothek nicht an einen zweiten Nutzer weiterverleihen, obwohl natürlich technisch die Möglichkeit besteht. Deshalb fordern Büchereien immer vehementer eine Änderung des Urheberrechts und die Möglichkeit, grundsätzlich E-Book-Lizenzen erwerben zu können. So ist es bei gedruckten Büchern. Die können Büchereien ohne Einschränkung kaufen und verleihen. Denn die Bibliotheken sind es leid, erklären zu müssen, dass ein bestimmtes E-Book nicht im Programm ist oder nicht ein zweites Mal ausgeliehen werden kann. Pro E-Book-Leihe soll die Bibliothekstantieme genauso gezahlt werden wie bisher für die Ausleihe von gedruckten Büchern. Nur mit einem neuen Urheberrecht- und Lizensierungsmodell beim E-Book könne der Auftrag der Büchereien auch in Zukunft erfüllt werden, mit Informationen und Medien die demokratische Kultur Deutschlands zu stärken.

Der E-Book-Markt scheint härter zu werden. Vor allem für die Verlage, die E-Books veröffentlichen. Oder sind Sie anderer Meinung?

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Erfolge der tolino-Allianz

Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) überholte die so genannte tolino-Allianz auf dem E-Book-Markt im dritten Quartal 2014 zum ersten Mal die E-Book-Verkäufe über Amazon Kindles. Spontan denke ich: Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, aber wenn die GfK nicht seriöse Zahlen liefern würde, wäre sie im Bereich der Marktforschung längst aus dem Rennen.tolino

Unabhängig aller Zahlen ist der tolino das einzige ernst zunehmende Konkurrenzprodukt gegenüber dem Amazon Kindle. Ich erinnere mich noch an die Frankfurter Buchmesse, als Weltbild, Thalia, Der Club, Hugendubel und die Telekom den ersten tolino vorstellten. Damals war ich sehr skeptisch, ob es der tolino-Allianz gelingen würde, den Markt aufzurollen und den technologischen Vorsprung von Amazon einzuholen. Der Name tolino erinnerte mich an das kleine italienische Fiat-Wägelchen Topolino, weshalb ich anfangs Schwierigkeiten hatte, das Projekt tolino Ernst zu nehmen. Ich habe mich geirrt und finde in der Zwischenzeit den Namen mit dem Schmetterling als Versinnbildlichung der Leichtigkeit des Lesens geradezu genial. tolino mit dem Schmetterling ist eine starke Marke geworden.tolino

Das ist das Verdienst von Menschen, die vor Jahren den Mut hatten, dieses zunächst nur deutsche Projekt zu starten und viel zu investieren. Sie wussten, dass sich diese Investition erst über lange Zeiträume rechnet. Mehrere Software- und Gerätegenerationen sind in kurzer Zeit ins Land gegangen, der tolino kam bei vielen Kunden an, weil er ein günstiges System, den größten E-Book-Vorrat und ein Gerät anbietet, dessen Erlöse die Steuersäckel europäischer Länder füllt und nicht einem System dient, das Steuern so gut es nur geht zu vermeiden sucht.tolino

Im Sommer 2014 stieg der belgische Filalbuchhändler Standaard Boekhandel als erster internationaler Partner bei der tolino-Allianz ein. Mit 145 Filialen, die tolino-Geräte verkaufen. Und auf der Frankfurter Buchmesse 2014 konnte die tolino-Allianz Libri als weiteren Vertriebspartner gewinnen. Schon 160 Buchhändler verkaufen tolino-Geräte und die Zahl wird steigen. Jetzt stoßen die niederländische Buchkette Libris Blz und der italienische Filialist Messaggerie Italiane zur tolino-Allianz. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die ich bei der ersten Vorstellung des tolino nicht erwartete. Asche auf mein Haupt.

E-Books und die Zukunft von Autoren

Wenn es um das Thema digitales Lesen geht, geht es meist um den E-Book-Markt, die Formate für E-Books, den Kopierschutz bei Digitaltexten oder die Zukunft des Reader- bzw. E-Book-Markts. Nur selten geht es im E-Book-Zusammenhang um die Zukunft von Autoren. Nur in speziellen Zirkeln und Communities ist die Zukunft der schreibenden Zunft im digitalen Zeitalter ein Thema. Der Digitalisierung können sich auch Schriftsteller nicht entziehen, dann der digitale Vertrieb ihrer Werke ist ein wachsender Baustein ihres Einkommens. Angesichts der Möglichkeiten illegal an E-Books zu gelangen, fürchten viele Autoren um ihren Lebensunterhalt. Aber auch andere Veränderungen beobachten Autoren mit Sorge.

Ein Thema dabei ist die Flutung des E-Book-Marktes mit vergriffenen Büchern und Werken. Da Kosten für die Lagerung von gedruckten Büchern und für den Herstellungsprozess (Manuskriptsichtung, Lektorat, Korrektur, Werbung etc.) entfallen, versuchen viele Verlage solche Werke erneut aufzulegen, denn sie sind bares Geld, das auf der Straße liegt und machen wenig Aufwand. Dazu kommt: Diese Werke sind erprobt, funktionieren auf dem Buchmarkt und beinhalten weniger Risiko als die meisten Neuerscheinungen. Der Preis dieser E-Books liegt natürlich auch deutlich unter dem Preis der früheren Printausgabe. Schwierig für Autoren,  dabei noch ordentlich Geld zu verdienen. Aber da dieses digitale „Moderne Antiquariat“ ein Zusatzgeschäft bedeutet, beschwert sich darüber kaum ein Autor. „E-Books und die Zukunft von Autoren“ weiterlesen