Das wichtigste Kaufkriterium beim E-Book

kaufkriteriumEine Studie will herausgefunden haben, dass E-Book-Nutzer sich vor allem am Autor orientieren, wenn sie ein E-Book kaufen. Sprich, wenn E-Book-Nutzer ein digitales Buchgeschäft betreten, suchen sie zunächst nach einem Autor, den sie kennen. Kennen heißt, sie haben schon andere Bücher des Autors gelesen oder bekamen den Autor empfohlen. An zweiter Stelle steht das Thema als Kaufkriterium, erst danach ist der Preis kommt der Preis ins Spiel.

Leider weiß ich nicht, ob die Kaufkriterien bei gedruckten Büchern denen von E-Books entsprechen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass auch bei gedruckten Büchern der Autor eines Buches die entscheidende Rolle spielt. Wenn mir ein Essen schmeckt, werde ich es wohl immer wieder zu mir nehmen. Auch die Bücher eines bestimmten Autors lese ich immer wieder – bis er mich enttäuscht oder ich neue Interessen entwickelt habe.

Dass das Thema ebenfalls eine große Rolle bei der Auswahl und dem Kauf spielt, liegt auf der Hand. Sicher lege ich als Leser im Sachbuchbereich ein besonders starkes Gewicht auf ein bestimmtes Thema, aber auch in der Belletristik gibt es Themen. Dort spricht man von Genre. Ein solches Genre ist z. B. der historische Roman, der Krimi oder die Frauenliteratur. Wer gerne Krimis liest, muss sich nicht für Science-Fiction-Literatur interessieren oder wer sich für Zeitgeschichte begeistert wird vielleicht nicht Strick- und Häkelratgeber kaufen.

Und dass auch der Preis beim Buchkauf eine großes Rolle spielt, kennt man auch aus anderen Wirtschaftsbereichen. Das ist nichts Neues. Gerade in der Buchbranche. Bücher sind ein Luxus, gehören zwar für Bibliophile zum Lebensbedarf, aber damit noch lange nicht für jeden in unserer Gesellschaft. Und das bedeutet, dass sich die Buchpreise wenig elastisch zeigen. Seit Jahren ist das Durchschnittsbudget, das ein Bundesbürger für Bücher ausgibt, auf dem gleichen statischen Niveau und auch der Durchschnittspreis für ein Buch bewegt sich weder groß nach oben noch nach unten.

Liegt es nicht auf der Hand, dass das Kriterium Autor, das Kriterium Thema und das Kriterium Preis beim Kauf eines E-Books eine große Rolle spielt? Braucht es dazu eine Studie? Wie viel Geld ist in die Marktforschung geflossen, um ein Studien-Ergebnis durch den Blätterwald rauschen zu lassen, das dem „gesunden Menschenverstand“ sofort einleuchtet? Das wäre für mich ein interessanteres Studienthema.

 

 

 

 

Doris Wagner: Nicht mehr ich

Das Buch Nicht mehr ich von der Ex-Nonne Doris Wagner gewährt Einblicke in ein System der Unterdrückung und Entfremdung, das innerhalb der katholischen Kirche anscheinend in dunklen Ecken selbst heute noch blühen kann. Wenn nicht in der Zwischenzeit Kindesmissbrauch von Priestern, rücksichtsloser Umgang mit Beschäftigten in kirchlichen Unternehmen, verschwenderischer Umgang mit Kirchensteuergeldern und andere Schattenseiten des Sozialkonzerns Kirche in die Öffentlichkeit gedrungen wären, würde wahrscheinlich kaum jemand außerhalb des Systems der Frömmigkeit das, was Doris Wagner berichtet, für glaubhaft halten. In der Zwischenzeit aber ist die Öffentlichkeit sensibilisiert und massenhafte Kirchenaustritte in der gesamten Republik zeugen davon, dass kirchliche Bußbekenntnisse in der Mitte der Gesellschaft nicht mehr verfangen, sondern demokratisch gesinnte Menschen die Kirche hinterfragen.

nicht mehr ichUm was geht es in dem Buch Nicht mehr ich von Doris Wagner? Kurz zusammengefasst wirft die heutig 30 Jahre alte Philosophiestudentin Doris Wagner dem katholischen Orden „Das Werk“ vor, dass „die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau“ in ihrem Fall aus Manipulation, Kontrolle, Druck und sexuellem Missbrauch bestand. „Das Werk“? Klingt wie „Die Firma“ oder sonst etwas Mysteriöses. Aber Das Werk ist eine 1938 gegründete katholische Gemeinschaft, die 2001 vom Vatikan als so genannte „Familie gottgeweihten Lebens“ anerkannt wurde. In verständlichem Deutsch meint das einen Orden, eine spirituelle Gemeinschaft, in der aus religiösen Gründen Gehorsam, Ehelosigkeit und Armut gelobt werden. Es gibt zwei Zweige, einen männlichen und einen weiblichen, Hauptsitz ist Österreich, der Orden ist momentan in zwölf Ländern verbreitet.

Konkret erzählt Doris Wagner, Ex-Werk-Mitglied, sie habe während ihrer Ordenszeit so gut wie keinen Kontakt zu ihrer Familie gehabt, Briefe seien geprüft, Telefonate mitgehört oder protokolliert worden, sie habe keine Zeitungen oder Bücher in der Gemeinschaft lesen dürfen. Die totale Kontrolle, Überwachung in Stasi-Manier. Die Ex-Nonne wollte ihr Leben Gott widmen und geriet, so stellt sie es dar, in die Fänge einer totalitären Glaubensgemeinschaft im Schoß der Mutter Kirche. Die Glücksversprechen, die gegeben wurden, hätten sich nicht erfüllt, meint sie. Mit 19 zog es die junge Frau, die gerade das Abitur abgelegt hatte, magisch in den kleinen Orden. Und dann begann ein Martyrium für die Nonne, das acht Jahre dauerte. Ihrer Meinung nach kein Einzelfall. Dunkler Höhepunkt ihrer Klosterzeit: ein angeblicher sexueller Missbrauch durch einen Priester, Isolation, Selbstmordversuch. Das war 2008. Danach fühlte sie sich in den sektenartig empfundenen Strukturen ohne Selbstbewusstsein, ohne Hilfe der Gemeinschaft, psychisch gebrochen. Als Leser fragt man sich: Wie kann es sein, dass ein Mensch in einem katholischen Kloster die Hölle erlebt? Wieso führt das Leben in einem Kloster dazu, dass eine junge Frau das Gefühl hat, ihre Persönlichkeit zu verlieren und totale Fremdbestimmung über sich zulässt? Wieso braucht ein Mensch Jahre lang, aus einer solchen Gemeinschaft auszutreten? Doris Wagner verließ 2011 depressiv, fast mittellos und ohne ein tragendes soziales Netz die fromme Gemeinschaft. Erst als sie Freunde gewann, habe sie ihre Freiheit wieder erkämpfen können.

Die „geistliche Familie“ „Das Werk“ in Bregenz reagierte am 17. November 2014 „mit Betroffenheit“. Es schmerze die Gemeinschaft, dass Frau Wagner in sehr negativer Weise auf die Jahre im „Werk“ zurückblickt. Inhalt des Buches seien subjektive Darstellungen und Empfindungen der Autorin, die nicht geteilt werden könnten und von Mitgliedern als sehr verletzend und bloßstellend empfunden würden. Man bedauere, dass ein Priester der Gemeinschaft eine „kurze intime Beziehung zu der damals 24jährigen Schwester unterhalten“ habe. Der „Vorfall“ sei nach dem Verlassen der Gemeinschaft von Doris Wagner angezeigt worden, doch die Staatsanwaltschaft habe den suggerierten Vorwurf der Vergewaltigung bzw. des Missbrauchs zurückgewiesen und das Verfahren eingestellt. Der betroffene Priester habe in der Zwischenzeit Buße geleistet. Anscheinend gab es weitere Vorwürfe von ehemaligen Mitgliedern von „Das Werk“, denn der Orden schreibt in seiner Stellungnahme, dass die Kongregation für Orden und geistliche Gemeinschaften 2013 eine „Apostolische Visitation“, also eine Untersuchung vor Ort, anordnete. Dabei seien ehemalige und heutige Mitglieder befragt worden, aber der Bericht der Kongregation liege noch nicht vor. „Diverse Anschuldigungen“ täten der Gemeinschaft leid, für Mitglieder und Außenstehende wolle man ein Klima schaffen, „in welchem ein authentisches Lebenszeugnis keinen Anlass für Anschuldigungen“ gebe.

nicht mehr ichDoris Wagner dagegen will vor der Gemeinschaft „Das Werk“ warnen. Und sie warnt davor, sich als junger idealistischer Mensch zu schnell für eine religiöse Gemeinschaft zu entscheiden. Nach außen vermittelten Orden und religiöse Gemeinschaften das Gefühl, Sinn, Halt und Trost zu vermitteln. An Religion könne man aber auch zugrunde gehen. Dazu braucht es keine islamistischen Selbstmordattentäter. Jugendlicher religiöser Überschwang und die Hoffnung auf Geborgenheit im Schoß der Kirche sind manchmal genauso menschenvernichtend. Leute mit strahlenden Gesichtern können dunkelste Verführer sein. Niemand bräuchte sich mit dem Buch von Doris Wagner auseinanderzusetzen, wenn ihr Lebensweg ein tragischer Einzelfall wäre. Nicht mehr ich und andere ähnliche Bücher zeigen leider das Gegenteil. Gerade neokonservative Gemeinschaften wie „Das Werk“ scheinen Sektenzüge in sich zu tragen. Liest man sich auf den Seiten der „Familia Spiritualis Opus“, so der latinisierte Ordensname des „Werks“, ein, fragt man sich, wo die Trennlinie zum religiösen Wahn genau verläuft. Seltsam nicht nur, dass die Schwestern zu bestimmten Gottesdiensten einen weißen Mantel mit Kragen, Dornenkrone und Schleier tragen sollen, die Schwesternkleidung macht aus jungen Frauen alte Omas, wie die ZEIT vermittelt. Kritik oder Zweifel zeugen von zu geringem Glauben. Schon die belgische Gründerin des Werks soll Kontrolle und Repression hochgehalten haben. So wundert es nicht, dass Papst Johannes Paul II. „Das Werk“ anerkannte. Weitere Förderer sollen (gewesen) sein: Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger, Erzbischof Georg Gänswein, Joachim Kardinal Meisner und Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Als „Fallschirmspringer Gottes“ müssten die Mitglieder von „Das Werk“ jederzeit und überall einsetzbar sein, soldatischer Gehorsam ist für die Elitetruppe des Heiligen Geistes wohl unabdingbar.

Das Buch Nicht mehr ich lässt die Schmerzen und Scham von Doris Wagner nachempfinden. Vielleicht war es für die Frau eine Form von Therapie, das Geschehene aufzuschreiben. Die Entmündigung durch ein Leben im Orden führte sie in eine psychische Abhängigkeit von der Gemeinschaft, die ihr den Austritt schwer machte und ihr Leiden verlängerte. Das alles in Worte zu fassen, machte Doris Wagner wohl stark und gab ihr Sinn. Denn das vermittelte Gefühl beim Austritt ging eher in die Richtung, es nicht geschafft zu haben, die eigene Berufung verraten, das eigene Lebensglück verspielt zu haben. Das Buch gibt die Ängste und Nöte derer wieder, die heute noch in mittelalterlich-katholischen Parallelwelten leben. Es ist sicher falsch, die gesamte katholische Kirche über einen Kamm scheren, aber gegen die geschilderten Strukturen muss etwas unternommen werden. Vertuschen, abstreiten, abwiegeln ist heute keine erfolgversprechende Methode mehr mit Kritik umzugehen. Sicher ist: Priester, Ordensschwestern, Bischöfe und andere „Offizielle“ der katholischen Kirche müssen das Vertrauen, das sie früher genossen, erst wieder verdienen. Doris Wagner hält an Gott fest und sieht in ihrer heutige Freiheit den Eingriff Gottes in ihr Leben. Das kann ich gut verstehen.

Erfolge der tolino-Allianz

Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) überholte die so genannte tolino-Allianz auf dem E-Book-Markt im dritten Quartal 2014 zum ersten Mal die E-Book-Verkäufe über Amazon Kindles. Spontan denke ich: Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, aber wenn die GfK nicht seriöse Zahlen liefern würde, wäre sie im Bereich der Marktforschung längst aus dem Rennen.tolino

Unabhängig aller Zahlen ist der tolino das einzige ernst zunehmende Konkurrenzprodukt gegenüber dem Amazon Kindle. Ich erinnere mich noch an die Frankfurter Buchmesse, als Weltbild, Thalia, Der Club, Hugendubel und die Telekom den ersten tolino vorstellten. Damals war ich sehr skeptisch, ob es der tolino-Allianz gelingen würde, den Markt aufzurollen und den technologischen Vorsprung von Amazon einzuholen. Der Name tolino erinnerte mich an das kleine italienische Fiat-Wägelchen Topolino, weshalb ich anfangs Schwierigkeiten hatte, das Projekt tolino Ernst zu nehmen. Ich habe mich geirrt und finde in der Zwischenzeit den Namen mit dem Schmetterling als Versinnbildlichung der Leichtigkeit des Lesens geradezu genial. tolino mit dem Schmetterling ist eine starke Marke geworden.tolino

Das ist das Verdienst von Menschen, die vor Jahren den Mut hatten, dieses zunächst nur deutsche Projekt zu starten und viel zu investieren. Sie wussten, dass sich diese Investition erst über lange Zeiträume rechnet. Mehrere Software- und Gerätegenerationen sind in kurzer Zeit ins Land gegangen, der tolino kam bei vielen Kunden an, weil er ein günstiges System, den größten E-Book-Vorrat und ein Gerät anbietet, dessen Erlöse die Steuersäckel europäischer Länder füllt und nicht einem System dient, das Steuern so gut es nur geht zu vermeiden sucht.tolino

Im Sommer 2014 stieg der belgische Filalbuchhändler Standaard Boekhandel als erster internationaler Partner bei der tolino-Allianz ein. Mit 145 Filialen, die tolino-Geräte verkaufen. Und auf der Frankfurter Buchmesse 2014 konnte die tolino-Allianz Libri als weiteren Vertriebspartner gewinnen. Schon 160 Buchhändler verkaufen tolino-Geräte und die Zahl wird steigen. Jetzt stoßen die niederländische Buchkette Libris Blz und der italienische Filialist Messaggerie Italiane zur tolino-Allianz. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die ich bei der ersten Vorstellung des tolino nicht erwartete. Asche auf mein Haupt.

Entdeckung des Monats: Digitale Verstaubung

Staub und Staubforschung

Staub gibt es in vielen Formen. Der gemeine deutschsprachige Mensch versteht unter Staub feinste Partikel, Verzeihung Teilchen, die in Gasen wie etwa der Luft aufgewirbelt lange schweben können. Diese Staubform ist der so genannte Schwebstaub bzw. ein Teil davon, denn Schwebstaub umfasst auch noch Ruß und Rauch. Die universitäre Staubforschung fand heraus, dass Staub verrückt ist, weil er nicht, wie man das erwartet, nur fällt, sondern segelt und weil er manche Dinge „anspringt“ und andere „flieht“. Staub ist ein unermüdlicher, vom Menschen nicht zu besiegender Gegner, ob wir mit Lappen, Straußenfedern oder Staubsaugern gegen ihn kämpfen. Zwar erfahren wir durch die Staubforschung immer mehr über diesen Gegner, aber es bleiben Geheimnisse wie die Bildung von Staubflusen oder Wollmäusen unter der Heizung zu lösen.

Habitat Staub

Staub lässt sich nach der Größe seiner Partikel unterteilen oder nach der Staubart. Staub, der uns immer zu Leibe rückt, ist der Hausstaub, gemischt aus anorganischen und organischen (!) Stoffen. Hausstaubmilben, Hautschuppen, Schimmelpilze, Rädertierchen, Kotreste, Schadstoffe, Toner, Ruß, Feinstaub und viele andere eklige Partikel bilden das „Habitat Staub“, das wir schlucken, berühren oder einatmen. Das Schlimme am Staub: Je mehr Menschen, desto mehr Staub! Anthropogene Prozesse – so formuliert ein Staubforscher – sind immer ernster zu nehmende Staubquellen. Angefangen beim Rauchen, Räuchern und Kerzenlicht und geendet bei industriellen Prozessen sorgt der Mensch für die Zunahme von Staub. Wir verstauben und bewegen uns jeden Tag durch einen Staub-Cocktail aus Schwermetallpartikeln, Straßenabrieb, Fein- und Hausstaub, Grob- und Schwebstaub. Von Menschen gemachte Stäube machen den größten Teil unserer innerörtlichen Staubbelastung aus. Staub ist gefährlich für den Menschen. Deshalb die Grenzwerte für Staub-Immissionen. Bei einigen Staubarten vermutet man einen Zusammenhang mit Krebserkrankungen, mit Erkrankungen der Atemwege und anderen ernsten Gesundheitsschädigungen.

Digitale Verstaubung als neue Form des Staubs

Staub sitzt überall. Im Herbst 2014 entdeckte der E-Reading-Spezialist Kobo eine neue Staubart: die digitale Form des Staubs. Nachzulesen in dem gerade erschienenen Whitepaper „Publishing in the Era of Big Data“.  Wer zu den Geschädigten der digitalen Verstaubung zählen wird, ist noch unklar. Wie gefährlich ist dieser digitale Staub?

Die digitale Verstaubung wurde beim Erforschen von Big Data entdeckt. Big Data ist ein Zauberwort der Datenforscher, -Schnüffler, – Modellierer sowie etlicher Geheimdienste, Internetfirmen und Adresshändler. Weil es englisch ist, klingt es gut, verschleiert aber, um was es denen geht, die Big Data nutzen: Möglichst viele Daten über uns als Bürger, Kunde und Human Ressource zu sammeln, um sie auszuwerten und zu versilbern. Daten sind Geld wert. Kobo wertete die über eigene Reader gesammelten Daten und wollte wissen, wie sie nutzbar gemacht werden könnten, um den Profit beim E-Book-Verkauf zu mehren. Dabei stieß Kobo darauf, dass aus Büchern, die elektronisch zu Ende gelesen werden, noch mehr Geld zu machen ist. Dass ein Buch zu Ende gelesen wird, zeige, dass es inhaltlich und stilistisch gut sei. Die erste praktische Folge aus der Erkenntnis: Wenn ein Buch von 90 Prozent der Käufer zu Ende gelesen wird, aber ein angeblicher Bestseller nur von 60 Prozent, dann sollte man Marketing-Gelder vom Bestseller abziehen und auf die zu Ende gelesenen Bücher umleiten, weil die „Leseabschlussrate“ höher ist. Anhand dieser Leseabschlussrate könne man auch erfolgversprechende Autoren fördern und aufbauen.

Die Leseabschlussrate als Maß der digitalen Verstaubung

StaubNoch nie war es für Buchhändler oder Verlage möglich zu sehen, welche Bücher in den Regalen der Kunden verstauben. Die digitale E-Book-Welt kennt jedoch keine Geheimnisse mehr: Zumindest der E-Book-Händler kann dem Digitalleser über die Schulter sehen und weiß, welcher Titel im E-Book-Regal digital verstaubt. So sieht er, welche Titel sich verkaufen, welche nicht. Verlage können erkennen, wann Buchreihen nicht mehr fortgesetzt werden, Autoren aus dem Verkehr gezogen und Themen ad acta gelegt werden sollten. Digitale Verstaubung mindert so gesehen das Geschäftsrisiko. Die Server der Digitalbuchhändler sind unbestechlich und vergessen nichts. Fragen eines Verlag wie „Sollten wir nicht mal wieder eine Hundeschule für Kampfhunde herausgeben?“ beantwortet der Kobo-Server mit „Hundeschule für Kampfhunde 2012 – Leseabschlussrate 70 Prozent, damit 10 Prozent unter Deckungsbeitrag auf zehn Jahre gerechnet.“ Sollte der Verlag noch nicht aufgeben und fragen „Vielleicht liegt es am Autor der alten Hundeschule? Sollten wir als Autor der neuen Kampfhundeschule vielleicht Professor XY, den deutschen Hundepapst, nehmen?“ antwortet der E-Book-Server vielleicht: „Im Schnitt haben die Bücher von Professor XY eine Leseabschlussrate von 50 Prozent, digitale Verstaubung im roten Bereich. Deckungsbeitrag selbst auf 20 Jahre nicht zu erwirtschaften.“ Nach dieser Antwort lässt selbst der optimistischste und engagierteste Verlagsgeschäftsführer die Hände von einer Neuauflage der Hundeschule für Kampfhunde.

Digitale Verstaubung: Chance oder Gefahr?

Vergessen wir also Literaturpreise und Besprechungen in den Feuilletons: Buchhändler, die mit solchen Merkmalen für Autoren werben sind verstaubt! Öffnungs- und Leseabschlussraten sind die modernen Vermarktungsgesichtspunkte. Buchhändler sollten schnell reagieren und den Satz in ihren Shops „Kunden, die XY gekauft haben, kauften auch …“ durch „90 Prozent der Kunden, die das Buch geöffnet haben, lasen es bis zum Schluss“ oder „Dieses Buch ist nur zu 20 Prozent digital verstaubt – gerechnet auf einen Angebotszeitraum von einem Jahr“ ersetzen. Die digitale Verstaubung hat etwas Revolutionäres. Sie bewahrt uns Leser vor Autoren, die selten zu Ende gelesen werden, sie schützt uns vor Geldausgaben, Vergeudung von Zeit …

Allerdings werden Themen abseits der Bestsellerlisten und Serverlogfiles kaum noch eine merkliche Sichtbarkeit entwickeln. Wie schlimm ist das? Schon früher interessierten abseitige Themen kaum jemanden, nur konnten es die Geldmacher im Buchhandel nicht erkennen. Früher sah man an der Menge der Remittenden oder daran, wie viel Bücher man per Makulatur vernichten oder an den Händler von Modernem Antiquariat verkaufen musste, welche Titel analog verstaubten. Die digitale Verstaubung ist durch die Leseabschlussrate viel genauer und fegt bestimmte Autoren viel zielstrebiger vom Markt, vielleicht auch Verlage. Ein scharfes Schwert, das vielleicht unsere kulturelle Vielfalt gefährdet und kurzen Prozess mit bisherigen Buchhandelsusancen macht. Wie gefährlich die digitale Verstaubung allerdings ist, werden wir erst in Jahren sehen. Noch gilt ja bei den meisten Kulturbeflissenen die Maxime: Besser digital als verstaubt im Regal. Was aber, wenn einem Buch weder im Regal noch auf dem E-Book-Server die Möglichkeit gelassen wird zu verstauben?

Anthony Horowitz: Der Fall Moriarty

Anthony Horowitz´ Buch Der Fall Moriarty erschien 2014 im Insel-Verlag Berlin. Mit diesem Buch knüpft Anthony Horowitz an Sir Arhur Conan Doyle und seine Figur Sherlock Holmes an, die bis heute Vorbild des analytisch-rational ermittelnden Privatdetektivs ist. Weil ihm das Verfassen ständig neuer Sherlock-Holmes-Kurzgeschichten und Romane zum Hals heraushing und er lieber historische Romane schreiben wollte, versuchte Doyle sich seiner Detektiv-Figur zu entledigen. Er erschuf die Figur James Moriarty, den gefährlichsten Gegner, den Sherlock Holmes je hatte, weil er dem Detektiv intellektuell gleichwertig war. Professor James Isaac Moriarty wurde von Arthur Conan Doyle als „Napoleon des Verbrechens“ erfunden. Der Schriftsteller führte ihn in The Final Problem (Das letzte Problem) ein. Moriarty sollte Sherlock Holmes umzubringen und so die Sherlock-Holmes-Geschichten beenden. Doyle schreibt Moriarty ein außergewöhnliches mathematisches Talent zu, das schon in der Kindheit aufschien und Moriarty mit 21 Jahren eine Abhandlung über den Binomischen Lehrsatz verfassen lässt, die ihn auf den Lehrstuhl einer englischen Universität hievt. Von dort geht Moriarty als Berater des Militärs nach London, wo er ein Verbrechersyndikat aufbaut. Sherlock Holmes erkannte bald Moriartys Bedeutung und schrieb dessen Organisation die Hälfte der Londoner Verbrechen zu. Dem kriminalistischen Spürsinn Holmes´gelang es nach und nach, Moriartys Verbrecherring in London zu sprengen, doch konnte Moriarty entkommen und nach Frankreich, Belgien und dann in die Schweiz flüchten. Im Land der Alphörner und Banken kam es am 4. Mai 1891 an den Reichenbachfällen nahe Meiringen zu einem Zweikampf, bei dem die beiden Kontrahenten in den Abgrund der Reichenbachfälle abstürzten und in deren komplizierten Kesselsystem untergingen.

Der Tod des beliebten Privatdetektivs Sherlock Holmes hatte Empörung der großen Lesergemeinde von Doyle zur Folge, der sich für das abrupte Ende verteidigen musste und das mit den Worten tat: „Wenn ich Sherlock Holmes nicht getötet hätte, hätte er zweifellos mich getötet.“ Aber die Fangemeinde des Super-Kriminalisten gab nicht auf, so dass sich Arthur Conan Doyle 1901 erweichen ließ, Sherlock Holmes auferstehen zu lassen. Doyle baute ihn seinen Roman „Der Hund von Baskerville“ ein, der vor Sherlock Holmes´ Tod spielte und ein großer Erfolg wurde. Doyle verdiente an dem Buch so viel Geld, dass er Sherlock Holmes Tod in der Kurzgeschichte „The Empty House“ („Das leere Haus“) revidierte. In ihr erzählt Holmes, dass er an den Reichenbachfällen mittels einer japanischen Kampfkunst dem Griff Moriartys entkommen konnte und sich nach dem Tod des bösen Professors in den Wasserfällen über die Klippen retten konnte. Dass er für tot erklärt wurde, nutzte Holmes, um drei Jahre mit Studien und Reisen im Ausland zu verbringen und frei von Verpflichtungen zu sein. Nur sein Bruder Mycroft wusste Bescheid und finanzierte ihn. Mit dieser Fiktion konnte Arthur Conan Doyle eine zweite Sherlock-Holmes-Phase einleiten, in der er drei Kurzgeschichten-Sammlungen und den Roman The Valley of Fear (Das Tal der Angst) verfasste. Die letzte Sherlock-Holmes-Geschichte erschien 1927.

Moriarty

Sherlock Holmes entwickelte ein langes Nachleben, auf das hier nicht eingegangen werden kann. Nur soviel: Es gibt noch heute Menschen, die glauben, Sherlock Holmes sei eine historische und lebende Person gewesen. So realistisch schilderte Doyle seinen Helden. Ähnliches geschah auch Professor Moriarty. Besonders seit den 1970er Jahren beschäftigten sich Autoren und Regisseure mit seiner Person. So tauchte er 1974 in Nicholas Meyers Roman Kein Koks für Sherlock Holmes auf. In dem Film Das Geheimnis des verborgenen Tempels von 1985 erscheint Moriarty als Lehrer von Sherlock Holmes. Auch in dem Buch Der letzte Sherlock-Holmes- Roman (1978) oder in The Secret of Sherlock Holmes (1988) lebte Moriarty weiter. Nur ein paar Beispiele, die für ungezählte weitere stehen. Übrigens gibt es auch Bücher, in denen auch Moriarty den Sturz in die Reichenbachwasserfälle überlebt …

Mit dem Roman The House of Silk (Das Geheimnis des weißen Bandes) wandte sich der vielfache englische Literatur-Preisträger Anthony Horowitz dem Sherlock-Holmes-Thema zu. Es war der erste neue Roman um den genialsten Detektiv aller Zeiten seit dem Tod von Arthur Conan Doyle. Dem internationalen Bestseller-Autor Anthony Horowitz gelang dabei das Kunststück, den Schreibstil Arthur Conan Doyles perfekt zu imitieren. Der Fall Moriarty von Horowitz setzt mit dem Tod von Sherlock Holmes an. Ein paar Tage nach dem Sturz in die Reichenbachwasserfälle kommt der Pinkerton-Detektiv Frederick Chase von New York nach Europa. Denn in London tauchte ein mysteriöser Mann mit dem Namen Devereux auf und nahm Moriartys Platz in der Verbrechenswelt ein. Zusammen mit dem Scotland-Yard-Ermittler Athelney Jones verfolgt Chase nun den Nachfolger Moriartys. Dabei verbindet sich der Stil der alten Holmes-Geschichten mit der Rasanz von heutigen Thrillern. Ein besonderer Tipp für Fans des Krimi-Genres!

tolino vision 2: wasserdicht und tap2flip!

Neu, gigantisch, eindrucksvoll. Mit diesen Worten wirbt Thalia für den tolino vision 2. Allesebook.de nennt ihn einen interessanten neuen eReader. Die tap2flip-Funktion des tolino vision 2 kommt bei allen Marktteilnehmern, Blogs und Anbietern, gut weg. Schon ein rückseitiges Antippen bringt den brandaktuellen eReader zum Blättern. Und die E-Ink Carta-Technologie sorgt für eine noch bessere Lesbarkeit als bei den tolino Lesegeräten zuvor. Besser im Vergleich zu den Vorgängergeräten ist auch die Beleuchtung des tolino vision 2 geworden: sowohl was die Farbtemperatur als auch die gleichmäßigere Ausleuchtung angeht. Und der vision 2 ist leichter und sieht in Schwarz deutlich moderner und eleganter aus als die braunen Vorgänger-Lesegeräte der tolino-Allianz. Weil der tolino vision 2 gegen Wasser geschützt ist, findet sich keine Speicherkartenerweiterung. Aber bis der Benutzer bis zu 2.500 Bücher auf dem eingebauten Speicher einsortiert hat, dürfte er Jahre lesen können, womit sich das Lesegerät längst amortisiert haben sollte. Und außerdem können in der immer zugänglichen und erweiterbaren Cloud natürlich noch unendlich mehr Bücher im eigenen Account gespeichert werden. Was also gegenüber dem tolino shine, der noch eine Speicherkartenerweiterung besitzt, erst als kleiner Nachteil aussieht, ist bei genauerem Hinsehen ein Vorteil, denn beim Baden in der Wanne ohne Angst vor Spritzwasser lesen zu können, dürfte mehr Anklang finden als eine überflüssige Speicherkartenerweiterung.

tolino vision 2Die tolino-Geräte überzeugen nicht nur immer mehr UserInnen, sondern auch die Fachleute. So hat sich zur Frankfurter Buchmesse 2014 auch der Buchgrossist Libri, von dem die deutschen Buchhandlungen beliefert werden, der Allianz um die tolino-Gerätefamilie angeschlossen. So sollen die eReader mit dem Schmetterling als tolino-Logo noch breitere Leserkreise erreichen. Aus deutscher Sicht ein weiterer Vorteil des tolino vision 2 ist das so genannte Nano Coating, der Wasserschutz: Ihn liefert der deutsche Hersteller HZO. Ich persönlich finde, der tolino vision 2 liegt super in der Hand, dass seine Oberfläche plan mit dem Rand abschließt und seine Kanten gerundet sind, gefällt mir dabei besonders gut. Aber das sind Äußerlichkeiten. Wichtiger ist mir das Lob von Fachleuten, die Bedienung des tolino vision 2 sei intuitiv. Ich hasse umständliche Menüführungen, will nicht erst dicke Anwendungshandbücher lesen müssen, um Notizen machen zu können oder in einem Wörterbuch nachzuschlagen. Die Software des tolino vision 2 ist durchdacht und die Funktionen funktioneren dank des leistungsstarken neuen Prozessors superschnell. Toll auch die ewig lange Akkulaufzeit des vision 2, wochenlang fließt der Saft. Der tolino vision 2 ist aber nicht nur deshalb der ideale Reise-E-Reader: Zusätzlich kann ich per WLAN kostenlos an etwa 40.000 Telekom-Hotspots Bücher auf den tolino laden! Das bieten nur die tolinos!

Hier finden Sie weitere Informationen zu dem eReader tolino vision 2!

 

 

E-Books und die Zukunft von Autoren

Wenn es um das Thema digitales Lesen geht, geht es meist um den E-Book-Markt, die Formate für E-Books, den Kopierschutz bei Digitaltexten oder die Zukunft des Reader- bzw. E-Book-Markts. Nur selten geht es im E-Book-Zusammenhang um die Zukunft von Autoren. Nur in speziellen Zirkeln und Communities ist die Zukunft der schreibenden Zunft im digitalen Zeitalter ein Thema. Der Digitalisierung können sich auch Schriftsteller nicht entziehen, dann der digitale Vertrieb ihrer Werke ist ein wachsender Baustein ihres Einkommens. Angesichts der Möglichkeiten illegal an E-Books zu gelangen, fürchten viele Autoren um ihren Lebensunterhalt. Aber auch andere Veränderungen beobachten Autoren mit Sorge.

Ein Thema dabei ist die Flutung des E-Book-Marktes mit vergriffenen Büchern und Werken. Da Kosten für die Lagerung von gedruckten Büchern und für den Herstellungsprozess (Manuskriptsichtung, Lektorat, Korrektur, Werbung etc.) entfallen, versuchen viele Verlage solche Werke erneut aufzulegen, denn sie sind bares Geld, das auf der Straße liegt und machen wenig Aufwand. Dazu kommt: Diese Werke sind erprobt, funktionieren auf dem Buchmarkt und beinhalten weniger Risiko als die meisten Neuerscheinungen. Der Preis dieser E-Books liegt natürlich auch deutlich unter dem Preis der früheren Printausgabe. Schwierig für Autoren,  dabei noch ordentlich Geld zu verdienen. Aber da dieses digitale „Moderne Antiquariat“ ein Zusatzgeschäft bedeutet, beschwert sich darüber kaum ein Autor. „E-Books und die Zukunft von Autoren“ weiterlesen

E-Book-Reader-Wollmilchsau

e-book-reader-wollmilchsau

Die Arbeit an der elektronischen eierlegenden Wollmilchsau macht große Fortschritte. Bald halten wir Geräte in der Hand, die allen nur Vorteile bringen, alle Bedürfnisse befriedigen und allen Ansprüchen genügen. Wie die umgangssprachlich bekannte eierlegende Wollmilchsau (auf Hochdeutsch auch „Wollmilchschwein“) Eigenschaften von Hühnern, Schafen, Kühen und Schweinen in sich vereint, so träumen die Elektrogeräte-Züchter von einem E-Reader, der wasserdicht ist, zum Gelesenen die passenden Düfte und Geräusche liefert, zu seinem Besitzer zurückrobbt, wenn er verlorengeht, und und und. Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, dass der E-Book-Reader nicht nur eine Alternative zum gedruckten Buch wird.

Lang ist zwar der Weg dorthin, aber die Elektrogeräte-Züchter von Amazon, Kobo, Trekstor, Pocketbook, tolino und wie sie alle heißen, brachten auf dem Weg schon einige Stufen erfolgreich hinter sich. Musste man in den 1990 vorgestellten E-Book-Reader „Electronic Book“ von Sony noch Mini-CD-ROMs einlegen, gelang mit dem Sony „Librie EBR-1000EP“ 2004 das Lesen auf elektronischem Papier. Wer hätte gedacht, dass Papier eines Tages nicht mehr aus Lumpen gefertigt wird! Der Kindle von Amazon stellte 2007 per WLAN oder Mobilfunk die Verbindung zum Internet her (wenn auch nur in den Goldenen Amazon-Käfig). In der Zwischenzeit gibt es Geräte, mit denen man Musik hören und im Internet surfen kann. Auf Wunsch wird der Text von manchen E-Readern sogar vorgelesen. Und die Anzeige lässt sich bei fortschrittlichen Geräten auch wechseln.

Schon seit einiger Zeit sind wasserdichte E-Book-Reader in den Verkaufsräumen von Buchhändlern und Elektronikketten zu finden. Per Mobilfunknetz lassen sich Lesestoffe wie „Im Paradies der Sünde“ oder „Lust kennt kein Tabu“ direkt vom Anbieterserver in die heimische Badewanne heruntersaugen, so dass selbst zwischen Schaum und Rückenbürste dem leidenschaftlichen E-Book-Lesen nicht mehr entsagt werden muss. Wenn ich in den Forschungsabteilungen der Hersteller etwas zu sagen hätte, würde ich die E-Book-Reader mit einem Display ausstatten, das in jede beliebige Form gebracht werden kann. Kinder könnten sie so in Schiffform biegen. Dann bräuchte es nur noch einen Elektroantrieb, damit sich junge Badewannen-Kapitäne spielerisch an das Lesen heranführen ließen.

Solchen kreativen Weiterentwicklungen des E-Book-Readers stehen – wie so oft – wahrscheinlich rechtliche Probleme im Weg, denn bislang hält die Entwicklung des digitalen Rechts noch nicht mit der digitalen Technikentwicklung Schritt. Das kann z. B. an der Frage abgelesen werden, wie lange elektronische Buchdateien für den Käufer/Leiher archiviert werden müssen. Hier konnte noch keine rechtliche Klärung erfolgen. So ist der Entwicklung der E-Book-Reader manche Grenze gesetzt, die nicht sein müsste.

Technisch geht die Entwicklung also schneller weiter als solche Fragen zu klären sind und als manchem lieb sein kann. Letztens brachte Pocketbook den E-Reader Ultra mit einer Fünf-Megapixel-Kamera heraus. Autofokus und Blitz inklusive. Wenn das kein Durchbruch ist! Der Markt der digitalen Kompaktkameras ist in Gefahr und so mancher Handy-Hersteller wird sich warm anziehen müssen angesichts der Neuzüchtungen auf dem E-Book-Reader-Markt. Dagegen wirkt ein Amazon-Handy wie ein museales Ausstellungsstück ohne Chance beim Kunden. Selbst eine Firma wie Kodak wurde von den digitalen Entwicklungen auf dem Fotomarkt geschreddert und ob Canon oder Pentax den Angriff der eierlegenden E-Book-Reader-Wollmilchsäue überleben, ist nicht gesagt.

Aber die Entwicklungsabteilungen der E-Book-Reader-Fabrikanten halten nicht inne in ihrem Forscherdrang. Der allerneueste Schrei für das Lifestyle-Produkt E-Book-Reader ist das E-Book-Cover aus schwarzem Krokodil-Lederimitat. Jetzt kann die Millionärsgattin aus den Slums von München am Starnberger See getrost das Designer-Abendtäschchen von Escada oder Miu Miu mit einem E-Reader bestücken ohne schwach angesprochen zu werden. Bisher undenkbar, dass ein Gerät ohne das Apfel-Logo in ein solches modisches 1000-Euro-Lederbehältnis findet!

Sie sehen: Es gibt immer weniger Gründe für Tablets, Handys oder andere ähnliche elektronische Geräte. Der E-Reader entwickelt sich zur digitalen Wollmilchsau. Aus informierten Kreisen konnte ich auf der diesjährigen Messe Jagd & Hund in den Westfalenhallen Dortmund erfahren, dass einige E-Reader-Hersteller an Geräten für Förster und Jäger arbeiten. Ausgangspunkt der Überlegungen zu dem noch nicht auf den Markt geworfenen E-Reader-Produkt war die Tatsache, dass Jäger und Förster oft viele Stunden ansitzen müssen. Diese Zeit sollen sie in Zukunft lesend mit dem E-Reader nutzen können. Dank eines Warn- und Weck-Signals. Sobald im Umkreis von tausend Metern Wild in den Gerätebereich des E-Readers eindringt, wird der Schütze per Alert gewarnt und hat noch genug Zeit, seine Waffe vorzubereiten. Angedacht sind bei teureren Gerätetypen individuelle Warnstufen für Wildschweine, Rehe, Hasen etc. Da bleibt uns nur noch „Waidmanns Heil!“ zu wünschen!

Kostenlos: Ich will dich

Cover Ich will dichMit Handschellen ist sie an den Mann gefesselt, auf den sie scharf ist: Fesseln der puren Lust. Alles was du willst: Erst repariert der sexy Mechaniker Marissas Auto, dann verführt er sie zur heißesten Nacht ihres Lebens. Eine elektrisierende Wirkung aus Erregung und Verlangen durchflutet Chloe als ihr Chef Troy Langtree sie am nächtlichen Strand von Boca Raten fordernd küsst: Komm spiel mit mir! So eine kleine Auswahl der Titel und Inhalte von Leslie Kelly.

Die Autorin Leslie Kelly lebt mit ihrem Liebesroman-Helden in Maryland – samt drei Töchtern und zwei Hunden. Ihr deutscher Verlag CORA preist die Romance-Autorin als Schriftstellerin, die „zauberhafte Charaktere, geistreiche Dialoge und frechen Humor“ in ihre Werke bringt. Das erste Buch erschien 1999, in der Zwischenzeit sind dreißig „sexy-freche“ Liebesgeschichten erschienen, was ihr 2006 den „Romantic Times Award“ einbrachte. Abenteuer, Adel, Erfolg, Geheimnis, Leidenschaft, Heldenmut sind Ingredienzen Ihres Bucherfolgs. Dazu noch ein wenig Sex und Sinnlichkeit: Leslie Kelly weiß anscheinend, was Frauen wünschen. Seit 2011 ist sie  außerdem unter dem Pseudonym Leslie Parrish im Thriller-Genre unterwegs.

In ihrem Buch „Ich will dich!“ geht es um Isabella, die tagsüber in einer Bäckerei arbeitet, aber an den Wochenenden unter dem Namen „Crimson Rose“ – purpurne Rose – maskiert in einer Striptease-Show auftritt. Als eines Abends ihre Jugendliebe Nick in den Club kommt, gibt Isabella der Versuchung nach und tanzt in dieser Nacht nur für ihn … Dass Nick sowohl ihre verruchte Seite als auch ihre züchtige Seite kennen lernt, reizt sie auf besondere Weise – bis er hinter das Verwirrspiel kommt. Von dem Cover der 160 Seiten langen Geschichte sollte man sich nicht täuschen lassen. Man denkt an zügellosen unanständigen Sex ohne Tiefe und Handlung, doch es handelt sich eher um einen Liebesroman mit einigen erotischen Szenen. Leslie Kelly zeigt hier, wie schön die Liebe sein kann.

„Ich will dich!“ ist Band 5 von 6 Bänden der Santori-Stories-Reihe, die Leslie Kelly 2003 startete und 2007 beendete. Jetzt gibt es diesen Band bei Weltbild kostenlos. Wer also Leslie Kelly noch nicht kennt oder dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen und die prickelnde Doppelleben-Geschichte auf der Stelle herunterladen!

Hier können Sie „Ich will dich!“ von Leslie Kelly gratis downloaden!

E-Book-Charts der letzten Woche bei Weltbild

Ein Chart ist ein Diagramm. Übertragen in die Musik zeigt ein Chart eine Liste von Hits, die nach ihrer Beliebtheit sortiert sind. Charts kennt man auch von DVDs, von Büchern und anderen Produkten. In der Literatur spricht man von Bestsellerlisten. Man kennt sie von Spiegel online und ähnlichen Printprodukten. Wenn ein Produkt in den Charts steht, ist das wie ein Ritterschlag oder gilt als Qualitätsmerkmal. Gibt es auch E-Book-Charts?

E-Book-Charts von Weltbild
E-Book-Charts Weltbild KW 33

Ja, E-Book-Charts findet man z. B. bei Amazon. Die Liste umfasst 100 Bestseller in Kindle eBooks und 100 Top-Gratis-Titel. Basierend auf Verkäufen. Stündlich aktualisiert. So heißt es auf der Amazon-Webseite. Ehrlich gesagt sind mir 100 Kauftitel E-Books und 100 Gratis-E-Books als E-Book-Charts viel zu viel. Wer soll das denn noch überblicken? Und jede Stunde sollen sich die Titellisten ändern? Ich stelle mir vor, ein Volkshochschulkreis bestellt für seine Lese-Veranstaltung 50 Mal ein bestimmtes E-Book – und schon wird das Buch ein Kindle eBooks Bestseller? Zweifel an dieser stündlichen Erhebungsmethode sind meines Erachtens angebracht. Auch das Börsenblatt, das Fachmagazin des deutschen Buchhandels, erhebt E-Book-Charts. Zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung. Pro Monat werden 25 E-Books in den Charts vorgestellt. Das gefällt mir schon besser, ist leichter zu überblicken und hat eine breite Untersuchungsbasis. Irgendwo dazwischen bewegt sich buecher.de mit jeweils 50 Titeln, die in den E-Book-Charts vorgestellt werden. Allerdings wird nicht verraten, ob es stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich aktualisierte Charts sind. Wie wenn die Leute von buecher.de auf Nummer sicher gehen wollten, stellen sie nach ihrer eigenen Liste zusätzlich noch die Media Control GfK vor – nach Belletristik und Sachbuch getrennt. Detaillierteste Infos, man muss die KollegInnen loben. Auch Blogs und kleinere, auf E-Books spezialisierte Webseiten stellen E-Book-Charts vor. Oft nur die Listen der „großen“ Drei variierend oder zusammenlesend.

Diesen Blogs und Infoseiten geben wir gern weitere Informationen und veröffentlichen in Zukunft regelmäßig die E-Book-Charts von Weltbild an dieser Stelle. So simpel wie möglich. Uns reichen die Topten E-Books einer Woche, ob Sachbuch oder Belletristik ist uns egal. Und zehn Titel sollten reichen, sonst wird es unserer Meinung nach zu unübersichtlich. Hier also zum ersten Mal in diesem Blog

E-Book-Charts Weltbild KW 33

  1. Jojo Moyes, Weit weg und ganz nah
  2. Julia Sander, … eben saß sie noch da hinten
  3. Diana Gabaldon, Ein Schatten von Verrat und Liebe
  4. Kerstin Gier, Liebe geht durch alle Zeiten
  5. Andreas Franz, Die Hyäne
  6. Erik Axl Sund, Krähenmädchen
  7. Christa Canetta, Die Kakaohändlerin
  8. Kitty Ray, Nells geheimer Garten
  9. Mary Simes, Der Sommer der Blaubeeren
  10. Kerstin Gier, Silber – Das zweite Buch der Träume