Clive Cussler und Graham Brown – Codename Tartarus

Seit 1973 schaffte es jeder Roman des US-amerikanischen Autors Clive Cussler zum New York Times Bestseller. Auch auf der SPIEGEL Bestsellerliste ist Cussler Stammgast. Die Kurt Austin Thriller schreibt er gemeinsam mit Graham Brown: Codename Tartarus heißt die aktuelle Frucht ihrer Zusammenarbeit und ist – natürlich – ein Bestseller. „Clive Cussler und Graham Brown – Codename Tartarus“ weiterlesen

Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr

Ich sollte mir den Namen Anthony Doerr einprägen. Nach der Veröffentlichung von Alles Licht, das wir nicht sehen allemal. Obwohl es schon in den letzten Jahren Gründe gegeben hätte, auf den 1973 in Cleveland, Ohio, geborenen amerikanischen Schriftsteller aufmerksam zu werden. Denn in seiner Heimat erhielt er schon den Barnes & Noble Discover Prize, den Young Lions Fiction Award der New York Public Library, den The Story Prize, den Rome Prize …

Pulitzer-Preis für Alles Licht, das wir nicht sehen

Doerrs neues Buch Alles Licht, das wir nicht sehen kam unter die Finalisten für den National Book Award und errang den Pulitzer-Preis für Belletristik. In der New York Times-Bestsellerliste stand das Buch auf Platz eins. Kurz, worum es in dem Roman geht, der 1944 in Saint-Malo seinen Ausgangspunkt hat. Marie-Laure ist ein junges, blindes Mädchen, das mit ihrem Vater, der am „Muséum National d’Histoire Naturelle“ arbeitete, aus dem von der Wehrmacht besetzten Paris floh, um bei ihrem kauzigen Onkel in der Stadt am Meer Zuflucht zu finden. Einst hatte der ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos, das ihr der Vater erneut zur Orientierung bastelte, der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, in dem der Vater arbeitete. Nach diesem Schatz jagen die Nazis. Als diese Marie-Laures Vater aufspüren, verschleppen ihn die Deutschen und verhören ihn wegen des gesuchten Schatzes.

altes Saint-Malo

Etienne, so heißt Marie-Laures Onkel, gehört zur Résistance. Mit einem selbstgebastelten Sender versorgt er sie mit Meldungen über den deutschen Feind. An dieser Stelle kommt Werner Hausner ins Spiel. Einst ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wurde er von den Nazis wegen seiner technischen Begabung gefördert und auf einer Napola gedrillt. Jetzt gehört er zu einer Wehrmachtseinheit, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Werners Einheit dringt auf der Suche nach dem Widerstandssender nach Saint-Malo vor. Hier kreuzen sich für einen folgenreichen Moment die jungen Lebenswege von Marie-Laure und Werner.

Anthony Doerrs Kunst

Was besonders auffällt an dem Buch ist die gute Beobachtungsgabe von Anthony Doerr für die Gefühle der Menschen. Dazu verwendet er eine poetische und bildreiche Sprache, die nicht abgenutzt wirkt. Momentaufnahmen aus dem Leben der beiden Hauptfiguren beschreibt Doerr aus deren Sicht. Besonders die blinde Marie-Laurie besitzt eine eigene Wahrnehmung der Dinge. Der Leser erlebt Zeitsprünge, die für Spannung sorgen, ohne zu verwirren. Zur Spannung tragen auch die historischen Entwicklungen, die geschildert werden, und die Entwicklung der vielschichtigen Hauptpersonen bei. Symbole wie das Licht und der Schlüssel ziehen sich wie ein roter Faden durch wichtige Stellen der Schilderung. Während der Krieg Talente von Menschen benutzt, um das Böse zu verwirklichen, wirken die Menschlichkeit und Liebe der Geschichte wie Licht in dunkler Zeit. Sie entwickeln einen hypnotischen Sog, dem sich der Leser von Alles Licht, das wir nicht sehen kaum entziehen kann.

Saint-Malo 1944

Siri Hustvedt, Die gleißende Welt

Gleißen ist ein dichterisches Wort. Ein Wort, das auf die Rote Liste gefährdeter Wörter gehört, denn wer sagt schon „Die Sonne gleißt über der Küste“ oder „Es ist gleißend hell“? Kein Wunder: Das Wort kommt aus dem Mittel- bzw. Althochdeutschen, wo es ursprünglich wohl „blank“ oder „glatt sein“ bedeutete. Lang, lang ist´s her. Heute würde ich wohl funkeln, glänzen, glitzern, blenden oder leuchten sagen, wenn ich gleißen meine. Die gleißende Welt also die leuchtende Welt. Wie kommt ein gerade erst erschienenes Buch dann zu einem so altertümlichen Titel wie Die gleißende Welt?

Rowohlt, der Verlag, der das Buch von Siri Hustvedt im Deutschen veröffentlichte, erklärt es so: Die gleißende Welt war der Titel eines utopischen Romans von Margaret Cavendish. Margaret Cavendish, Duchess of Newcastle, geboren 1623, gestorben 1673, war eine der ersten Frauen überhaupt, die unter ihrem eigenen Namen publizierten. Sie schrieb über Geschlechter- und Machtfragen, korrektes Benehmen, die Naturphilosophie – und eben den Roman Die gleißende Welt. An dieser Stelle beginn die Fiktion von Siri Hustvedt.

Die Geschichte in Die gleißende Welt

Ihr Buch Die gleißende Welt führt Harriet Burden als Witwe eines bedeutenden New Yorker Galeristen ein. Sie ist nichts als die Frau an der Seite ihres berühmten Mannes. Bis der viel zu früh stirbt. Harriet Burden nimmt sich die frühe Wissenschaftlerin und Dichterin Margaret Cavendish als Vorbild und spielt ein Spiel oder führt ein Experiment durch. Mitten in der Kunstwelt, deren Chauvinismus sie vorführen will. Entwickelt wird die Geschichte aus der Sicht einer Kunsthistorikerin, die 2004 in New York das Leben der erst vor kurzem verstorbenen hochbegabten Künstlerin Harriet Burden aufarbeiten will, dabei aber ein Puzzlespiel von chaotischen Tagebucheinträgen, Protokollen über Projekte und Gespräche vorfindet. Im Zusammensetzen der Lebensgeschichte von Harriet Burden wird der Kunsthistorikerin die Doppelbödigkeit dieses Lebens deutlich. Harriet Burden, so die Forschungsergebnisse der Kunsthistorikerin, wollte nach dem Tod ihres Mannes ihre eigene Kunst erfolgreich sehen und gleichzeitig zeigen, dass die moderne Kunstwelt frauenfeindlich ist, da sie Werke von männlichen Künstlern höher bewertet als von Frauen. Drei Kollegen stellten die Burden-Installationen unter ihrem eigenen Namen aus. Harriet Burden benutzte die Männer als Masken. Und schon die Griechen wussten, dass Masken ein Mittel der Enthüllung im Theater sind, nicht ein Mittel der Verkleidung. Mit zwei der Künstler gelang Harriet Burden genau das, was sie wollte: Ihre Burden-Installationen hatten Erfolg und zeigten, dass Werke eines Mannes besser ankommen als Werke einer Frau. Mit dem dritten Mann allerdings geriet ihr das Experiment außer Kontrolle. Er durchkreuzte ihr Rollenspiel und setzte sein eigenes dagegen.

Die gleißende Welt und ihr Hintergrund

Siri Hustvedt geht es in dem Buch um die Macht von Vorurteilen, Begierden, Geld und Ruhm. Dabei ist ihre Hauptfigur Harriet Burden sehr komplex angelegt. Nicht klar ist, ob sie gesehen werden wollte oder nur über ihre Kunst erscheinen wollte. Nicht klar ist, ob sie sich den Platz an der Seite des berühmten Mannes selbst suchte oder sie ihr Mann in seinen Schatten stellte. Zwar hat sie Launen und ein starkes Ego, aber sie ist gleichzeitig einsam und sensibel. Die ZEIT entdeckt zwischen Harriet Burden und Siri Hustvedt Parallelen: Auch Hustvedt habe lange Jahre gebraucht, um nicht mehr als Anhängsel ihres Mannes Paul Auster wahrgenommen zu werden. Sie sei somit eine Widergängerin der Herzog von Newcastle. Ob das so einfach ist? Vielleicht hatte sie nur immer wieder reichliche Gelegenheiten, die unterschiedliche Rezeption weiblicher und männlicher Künstler zu beobachten.

Das Buch Die gleißende Welt von Siri Hustvedt wurde 2014 für den Man Booker Preis vorgeschlagen. Imagepflege, vorgeformte Rollenbilder, Kampf um Anerkennung – das Drama einer intellektuellen, aber verkannten Künstlerin breitet sich aus. Dafür Beispiele in der Wirklichkeit zu finden, ist kein Problem. Über eine solche Künstlerin schrieb Hustvedt in dem Essayband „Leben, Denken, Schauen“ einen Beitrag: Louise Bourgeois. Ist das Buch also ein feministisches Manifest? Nein, dazu ist es viel zu vielschichtig – psychologisch und philosophisch. So vielschichtig wie unsere komplexe Gegenwart!

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gleißende welt

Ortwin Ramadan – T.R.O.J.A. Komplott

Endzeit-Romane für Jugendliche sind „in“. Die Tribute von Panem ist derzeit der erfolgreichste Vertreter des Genres. Auch T.R.O.J.A. Komplott von Ortwin Ramadan gehört zu den Endzeit-Romanen, ist mit einem ordentlichen Schuss Zukunfts-Technologie gewürzt – und überraschenderweise gerade dadurch beängstigend nahe an der Realität.T.R.O.J.A. Komplott

Nico ist 21 Jahre alt und US-Bürger. Gesundheit ist von der Gesellschaft, in der er lebt, zur Pflicht erhoben worden. Wie alle anderen trägt auch Nico Nanobots in sich, kleine Roboter, die seinen körperlichen Zustand überwachen und kleinere Operationen gleich selbst vornehmen. „Ortwin Ramadan – T.R.O.J.A. Komplott“ weiterlesen

Lars Kepler, Ich jage dich

Wer jagt hier wen? Zunächst ein Serienmörder junge Frauen, die allein leben. Singles, die er abends durch die Fenster filmt. Hinterher stellt er seine Voyeur-Clips auf Youtube. Das ist das Zeichen dafür, dass er die jeweils gefilmte Frau ermordet. Mord mit Ansage also. In Ich jage dich versucht die Kriminalpolizei natürlich den nächsten Frauenmord zu verhindern, doch der Täter ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Bis die Ermittler einen bewusstlosen Mann am vierten Tatort vorfinden.

Lars Kepler – ein Pseudonym

Lars Kepler ist Pseudonym für das schwedische Ehepaar Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril, die seit 2009 Krimis veröffentlichen, in denen Kommissar Joona Linna im Mittelpunkt steht. Ihre Krimis sind in mehr als 30 Ländern veröffentlicht worden und haben viele Literaturpreise eingeheimst. Alexandra studierte Schauspiel, brach aber ihr Studium nach einigen Semestern ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen, das ihr Mann Alexander nach einem Studium der Philosophie, Religion und des Films als Theater-Autor aufnahm. Das Pseudonym der beiden Schriftsteller lehnt sich zum einen an den Astronomen Johannes Kepler an, den sie als eine Art Detektiv betrachten, der die Beobachtungen des dänischen Astronomen Tycho Brahe verfolgte. Lars dagegen geht auf Stieg Larsson zurück, der die Ahndorils inspiriert.

Ich jage dich und das Thema Stalking

Trotz der literarischen Anmutung von Ich jage dich geht es bestialisch zur Sache beim Morden. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, wenn sich in einer Leiche mehr als 100 Messerstiche finden. Aber geht ein Stalker wirklich so weit? Ja, Stalker sind obsessiv und bedrohen ihr Opfer oft nicht nur psychisch. To stalk bedeutet jagen, hetzen, verfolgen, nachstellen. Das kann in dramatischen Fällen bis zur Tötung des Gestalkten führen. Wie ein Jäger gehen Stalker vor, wenn sie Personen nachstellen, die eine Beziehung mit ihnen zurückgewiesen haben. Doch auch unbeteiligte Menschen können zu Stalking-Opfern werden, wenn ein Täter sie stellvertretend für andere büßen lässt. Überhaupt kommt es auf die Persönlichkeit des Stalkers an, auf seine Motivation und seine Beziehungsverhältnisse, wie stark er stalkt und wen er als Opfer auswählt. Ich jage dich kann als eine erschütternde Art der Annäherung an das Phänomen Stalking betrachtet werden. Ob Sie wie vom Lesen Schlafstörungen, Angstsymptome, Kopf- oder Magenschmerzen bekommen, hängt von Ihren Nerven ab. Ich habe Sie gewarnt! Stalking-Opfer, und das sind allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen, vor allem Frauen, trifft es weitaus schlimmer: Sie können auch an Depressionen, Kontrollverhalten, Vereinsamung oder posttraumatischen Belastungsstörungen leiden.

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ich jage dich

Provokateure – der neue Bruno-Krimi von Martin Walker

In Provokateure lässt Martin Walker seinen Bruno, Chef de police, nun zum siebten Mal ermitteln – in einem äußerst ungewöhnlichen Fall.Provokateure

Während Bruno in Saint-Denis einen makabren Mord aufklären soll, erhält eine Nachricht aus Afghanistan, von einem alten Armee-Kameraden. Auf dessen Stützpunkt ist ein junger Mudschaheddin aufgetaucht, der offenbar schwer traumatisiert ist. Er behauptet, Bruno zu kennen, da er ebenfalls aus Saint-Denis sei und dorthin zurück wolle. „Provokateure – der neue Bruno-Krimi von Martin Walker“ weiterlesen

Irvin D. Yalom, Denn alles ist vergänglich

Das erste Buch, das ich von Irvin D. Yalom las, war Und Nietzsche weinte. Das war in den 1990ern. In dem Buch trafen Friedrich Nietzsche und Josef Breuer um 1882 in Wien zusammen. Auch Sigmund Freud und Lou Andreas-Salomé spielten eine Rolle. Wegen lähmenden Anfällen von starken Kopfschmerzen soll Nietzsche von Breuer behandelt werden, doch im Lauf der philosophische Gespräche drehen sich die Verhältnisse um und Breuer wird von Nietzsche behandelt. Nietzsche dagegen steckt in Einsamkeit und Verzweiflung fest, während Breuer aus seinem bisherigen bürgerlichen Leben ausbricht und sein Leben bewusst zu wählen lernt.

Zur Person von Irving David Yalom

Irvin David Yalom, ehemals Professor für Psychiatrie an der Universität Stanford, ist einer der einflussreichsten amerikanischen Seelenforscher. Er half die Psychoanalyse weiterzuentwickeln und als immer noch angewandte Methode der psychotherapeutischen Behandlung zu fördern. Besonders seine breitenwirksamen Romane halfen ihm dabei. Darunter Die rote Couch, Die Reise mit Paula oder Die Schopenhauer-Kur. In der Praxis schlägt Yalom einen therapeutischen Pluralismus vor, der sich aus unterschiedlichen Therapierichtungen speist. Mit dem Patienten sieht er den Therapeuten auf einem gemeinsamen Weg, der von Freundschaft geprägt sein sollte.

Denn alles ist vergänglich

Nun veröffentlichte Irvin David Yalom sein neuestes Werk Denn alles ist vergänglich – Geschichten aus der Psychotherapie. Darin erzählt er zehn spannende Fälle aus seiner psychotherapeutischen Praxis und entschlüsselt sie. Frustrationen, Geheimnisse, Zwangslagen zeigen uns die persönlichen Sehnsüchte und Motivationen von Menschen, die seelisch leiden. Immer kommt dabei auch Yaloms Ringen zwischen seiner eigenen Betroffenheit und seiner Rolle als Therapeut zur Sprache. Wir blicken tief in die menschliche Seele und den Schmerz, die Verwirrung, aber auch Freude und Hoffnung, die in einem therapeutischen Prozess zum Tragen kommen. So zeigt Irvin D. Yalom, dass die Psychoanalyse aufregende Geschichten zu bieten hat.

Der Titel des Buches ist den Selbstbetrachtungen von Marc Aurel entnommen: „Denn alles ist vergänglich. Alles dauert einen Tag – die da rühmen und die da gerühmt werden. Bald wirst du alles vergessen haben, und bald werden auch dich alle vergessen haben. Bedenke, dass du bald niemand und nirgends sein wirst.“ Irvin D. Yalom schreibt für Menschen, das zeigt das seinem Buch vorangestellte Zitat, die persönlich durch ihre existenziellen Krisen und die Berührung mit dem Tod wachsen wollen. Denn alles ist vergänglich – Geschichten aus der Psychotherapie ist eine unterhaltsame und zum Nachdenken anregende Art, sich mit dem Altern und Sterben auseinanderzusetzen. Die zehn enthaltenen Geschichten sind lehrende Geschichten, in denen Yalom psychotherapeutische Erfahrung, Philosophie und geschichtliche Forschung verbindet. Das Ziel dabei ist Selbsterkenntnis des Lesers zu fördern, denn nur mit Selbsterkenntnis könnten Menschen gut leben, so der Psychoanalytiker. Und gegen die Angst vor dem Sterben empfiehlt Yalom kostbare Beziehungen, denn sie mäßigten den Schmerz der Vergänglichkeit.

Mark Twain jetzt als E-Book lesen

Gestern vor 105 Jahren starb Samuel Longhorne Clemens in Redding, Connecticut. Wir kennen ihn vor allem als Autor der Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Viel mehr haben die Wenigsten von Mark Twain, so das Pseudonym des brillanten Satirikers, gelesen. Dabei umfasst sein Werk viele weitere Erzählungen und vor allem Reisereportagen. Unter anderem auch über seine Reisen in Deutschland. Hier kam er mit der deutschen Sprache in Kontakt, zu der er meinte: „Es gibt gewiß keine andere Sprache auf der Welt, die so systemlos ist, so schlüpfrig und aalglatt, um sie zu fassen. Man treibt darin umher wie in einem brandenden Meer, bald hierhin, bald dorthin, in der elendesten Hilflosigkeit, und wenn man einmal glaubt, eine Regel gefunden zu haben, welche festen Grund bietet, um einen Augenblick in dem allgemeinen Wirrwarr und Tumult der zehn Redeteile auszuruhen, so vernimmt man in der Grammatik: Der Schüler gebe acht auf folgende Ausnahmen.“ Nicht nur hier zeigt sich Mark Twain als Humorist und scharfzüngiger Kritiker. In seiner Heimat geißelte er den alltäglichen Rassismus und seine Literaturhelden durchschauen stets die Verlogenheit, Bigotterie und Heuchelei der herrschenden Verhältnisse.

Seine Kindheit verbrachte Mark Twain in einem ärmlichen Elternhaus am Mississippi, der später eine wichtige Kulisse in seinen Werken wird. Beim Missouri Courier wurde er zum Schriftsetzer ausgebildet und veröffentlichte schon bald kurze Artikel in dieser und anderen Zeitungen und Journalen. Bald ergriff ihn die Reiselust und er wanderte als Schriftsetzer arbeitend durch den Osten und Mittleren Westen der USA, immer wieder Bibliotheken besuchend, in der er sich seine Allgemeinbildung anlas. 1855 ließ sich Mark Twain zum Lotsen auf dem Mississippi ausbilden und arbeitete bis 1861 in diesem Beruf. In dieser Zeit trat er auch den Freimaurern bei, von denen er sich 1868 aber wieder distanzierte. Als 1861 der Sezessionskrieg ausbrach, setzte er sich nach Westen ab und versuchte sich als Goldgräber, veröffentlichte jedoch auch zahlreiche Artikel, die den Mythos des „Wilden Westens“ bilden halfen.

Zu Mark Twain wurde Samuel Longhorne Clemens in Redding 1863. Mark Twain ist ein Ruf der Mississippi-Flussschiffer, der so viel wie „Zwei Faden tiefes Wasser“ bedeutet. Er wählte dieses Pseudonym, weil er sich lebenslang der Arbeit als Steuermann auf dem trüb-flachen Mississippi verbunden fühlte. Nach einigen Reisen durch Kalifornien, Nevada, Hawaii erschienen nach und nach Artikel in New Yorker Zeitschriften, die ihn bekannter werden ließen. 1869 erschien sein erstes Reisebuch, das Europa und den Nahen Osten beschrieb. 1870 heiratete er eine teilweise gelähmte Frau und ließ sich 1871 in Harford, Connecticut, nieder. Hier schrieb er seine bekanntesten Werke. Immer wieder unterbrach er sein Schreiben durch ausgedehnte Reisen. Auch als Unternehmer bewies er sich mit dem Kauf eines Anteils der Zeitung Buffalo Express und seiner Beteiligung an einem Verlag. Mit dem Verlagshaus geriet er in Bankrott, war auf finanzielle Hilfe von Mäzenen angewiesen und hatte den Tod seiner Frau und drei seiner vier Töchter zu verkraften. Sarkasmus und Ironie wurden seine Krücken, mit denen er durch das Alter stapfte.

Mark Twains Literatur ist kolumnistisch, übertreibt, lügt, fabuliert und flüchtet aus der Realität, die andererseits zu seiner Zeit nirgends so detailliert kritisiert wird. Amerika und die Welt liebten den geschwätzigen und munteren Schwafler und touristischen Lügenbaron, der mit stilistischen Konventionen brach und den umgangssprachlichen Dialekt des Mittleren Westens in die Literatur einführte. Noch heute liest sich Mark Twain frisch und unverbraucht. Sein 105. Todestag kann Anlass sein, ihn neu zu entdecken – über Tom Sawyer und Huckleberry Finn hinaus. Seit es ihn in E-Book-Ausgaben gibt, ist das Vergnügen Mark Twain zu lesen noch dazu sehr günstig. Die Preise beginnen bei 99 Cent!

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Nur einen Horizont entfernt – der neue Roman von Lori Nelson Spielman

Lori Nelson Spielmans neuer Roman ist Nur einen Horizont entfernt. Erstens heißt er so. Zweitens erscheint er in Kürze: am 21. Mai 2015.

Nur einen Horizont entfernt: XXL-Leseprobe
Nur einen Horizont entfernt: XXL-Leseprobe

Lori Nelson Spielman, Autorin des Bestsellers Morgen kommt ein neuer Himmel, ist wieder eine wundervolle, bewegende Geschichte gelungen. Falls auch Sie den Erscheinungstag nicht mehr erwarten können: Lesen Sie doch schon mal in die gratis XXL- Leseprobe von Nur einen Horizont entfernt als eBook im ePub-Format rein!

„Nur einen Horizont entfernt – der neue Roman von Lori Nelson Spielman“ weiterlesen

E-Books als Bundle günstiger bei Weltbild

Früher warb man mit „Kauf drei, zahl zwei!“ Heute spricht man von „Bundle“. Ein Anglizismus, wie so viele in der Werbebranche. Bundle kommt aus dem britischen Englisch und meint Bündel oder Paket. Es handelt sich um ein Angebot, das mehrere Produkte umfasst und einen Preisvorteil gewährt. Ja, wo Bundle draufsteht, ist meist eine Spar-Aktion drin. Wer z. B. ein bestimmtes Handy kauft, dem legt der Händler noch eine Sonnenbrille drauf, ohne dass das Handy teurer wird. Oder Sie kaufen ein T-Shirt und bekommen einen Tennisball dazu, ohne Aufpreis.

PAber Vorsicht: Manche Bundles sind nur scheinbar günstig. Oder der Preisnachlass ist so gering, dass sich der Käufer fragen sollte, ob es sich wegen ein paar Prozent Preisvorteil lohnt, Produkte mitzukaufen, die er nicht wollte oder für die weniger Bedarf besteht. Und noch etwas sollte man bedenken: Nicht jedes Bundle macht Sinn. Wozu werde ich bei einem Handy-Vertrag an ein bestimmtes Modell gebunden? Ich will vielleicht die günstigen Vertragskonditionen mit einem völlig anderen Handy-Modell. Bündelangebote also immer genau anschauen! Mir als Mann wäre es zum Beispiel peinlich eine rosa E-Readerhülle um meinen E-Reader zu legen, nur weil es sie im Bundle-Rabatt gibt.

Ein sinnvolles Bundle-Angebot sind Bücher eines bestimmten Autors oder eines bestimmten Genres. Früher war ich begeisterter Buchpaket-Besteller. Je größer und dicker die von der Post gelieferten Pakete, desto glücklicher war mein bibliomanisch tickendes Herz. Dass es jetzt auch E-Book-Bundles gibt, freut mich mindestens genauso. Sie haben Vorteile: Ich kann den Postboten nicht verpassen und muss nicht wie früher lange am Postschalter anstehen. Und das E-Book-Bundle bringt mich auch nicht mehr beim Transport ins Schwitzen. Wie ist doch die Welt in vielem einfacher geworden! Sicher, die E-Books sind flüchtiger und ich kann sie nicht in mein Buchregal stellen und jedem zeigen, was ich lese oder gelesen habe. Aber darauf lege ich heute keinen Wert mehr. Deshalb freue ich mich, dass ich jetzt E-Book-Bundles in unserem neuen Weltbild-Shop entdeckt habe. Nicht für alle Bündel-Angebote kann ich mich erwärmen. Die meisten Bundles sind für Leserinnen gedacht. Etwa die hier:

* Silvia Solzenburg, Ulm-Trilogie
* Sandra Paretti, Geliebte Caroline-Bundle
* Susanne Scheibler, Die Lasarow-Trilogie
* Tamara McKinley, Oceana-Trilogie

und so weiter und so fort

Ich bin aber für Hannsdieter Loy und sein Bundle zu haben oder das Western-Bundle von Mark L. Wood. Auch das Graeme Hague-Bundle klingt für mich nicht schlecht. Ich habe Stichproben im Weltbild-Shop gemacht. Viele der Titel, die es jetzt im Bundle-Sonderangebot bei Weltbild gibt, waren schon vorher günstiger ausgezeichnet. Im Bundle spare ich jetzt noch einmal deutlich mehr. Sie können es nachprüfen! Ich hoffe, dass es bald noch mehr Bundle-Angebote von E-Books bei Weltbild gibt.

Hier finden Sie die günstigen E-Books als Bundle bei Weltbild!