Provokateure – der neue Bruno-Krimi von Martin Walker

In Provokateure lässt Martin Walker seinen Bruno, Chef de police, nun zum siebten Mal ermitteln – in einem äußerst ungewöhnlichen Fall.Provokateure

Während Bruno in Saint-Denis einen makabren Mord aufklären soll, erhält eine Nachricht aus Afghanistan, von einem alten Armee-Kameraden. Auf dessen Stützpunkt ist ein junger Mudschaheddin aufgetaucht, der offenbar schwer traumatisiert ist. Er behauptet, Bruno zu kennen, da er ebenfalls aus Saint-Denis sei und dorthin zurück wolle. „Provokateure – der neue Bruno-Krimi von Martin Walker“ weiterlesen

Stefanie Mann, Altenpflegerin

Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut. So lautet der Titel des Buches von Stefanie Mann. In der Widmung steht: „Für alle Altenpflegerinnen und Altenpfleger und für alle, die es werden wollen.“ Mit anderen Worten: Das Buch ist nichts für mich und wahrscheinlich auch nichts für Sie. Wer will heute schon Altenpfleger oder Altenpflegerin werden? Wie viele andere soziale Berufe wird der Beruf des Altenpflegers zwar in politischen Sonntagsreden hochgelobt, aber bei der finanziellen Anerkennung hapert es. Das, die manchmal schwere körperliche Beanspruchung und unorthodoxe Dienstzeiten tragen nicht dazu bei, dass viele Menschen sich für diesen Beruf entscheiden.

Eine Altenpflegerin erzählt

Stefanie Mann, 1988 geboren, gelernte Autolackiererin, hat dennoch die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft gemacht und als Altenpflegerin ihren Traumberuf gefunden. Die Liebe zum Altmetall wandelte sich in die Liebe zu alten Menschen. Ihr Buch ist ein tiefer Einblick in das Altenheimleben. Mit Stefanie Mann (ein Pseudonym) fahren wir nicht an der Fassade der wohltätigen oder paritätischen oder caritativen Altenpflege vorbei, sondern treten an das Bett der Dementen, die selbst ihre Angehörigen nicht mehr erkennen. Und sich manchmal weigern, die Zähne putzen zu lassen. Stefanie Mann kann von Glück reden, wenn die Zahnpflege-Verweigerer wenigstens Mundwasser gurgeln.

„Jungs wie dich brauchen wir bei der Reichswehr“, meinte der betreute Senior, der sich gern „Obergefreiter Johannes“ nennen lässt, an Stefanie Mann gewandt. Auf deren Antwort „Ähm, ich bin ein Mädchen“ kam der Satz „Na, dann bekommste eben Kinder und kriegst von unserem Führer das Mutterkreuz“. Eine Altenpflegerin muss hart im Nehmen sein. Denn im nächsten Zimmer kann das nächste kuriose Abenteuer lauern. Was würden Sie machen, wenn Ihnen ein Siebzigjähriger seinen Essensteller mit einer perfekten Schnecke des morgendlichen Stuhlgangs in zartem Olivgrün und mit den Worten entgegenhält: „Da, mei Mad, für dich!“? Jeder Tag bringt neue Überraschungen für eine Altenpflegerin. Und Dienstpläne sind gut für die Statistik, haben aber nicht immer etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Ein Anruf um 5 Uhr morgens, ob man bitte am freien Tag kommen könne, weil jemand anderes ausgefallen ist, gehört zwar nicht zum Alltag, aber ganz ungewöhnlich ist er nicht. Und das Wort Wochenende gehört zwar zum Sprachschatz einer Altenpflegerin (Männer machen meist einen großen Bogen um den Beruf), doch wie sich ein freies Wochenende anfühlt, ist eine Erfahrung, für die oft lange gewartet werden muss.

Von einer Altenpflegerin lernen

Wie gesagt: Ginge es nach der Widmung des Buches hätte ich es nicht lesen dürfen. Aber das Thema interessierte mich. Und in meinem Umfeld gibt es viele Familien, die ihre Angehörigen zu Hause betreuen oder erzählen, wie es ihren Eltern im Altenheim geht. Ich selber war kaum von der Altenpflege betroffen. Nur mein Schwiegervater und meine Schwiegermutter lebten in meinem familiären Umfeld. Und beide waren fit bis zum Ende. Nachdem mein Schwiegervater innerhalb weniger Wochen im Krankenhaus gestorben war, zog meine Schwiegermutter in ein Betreutes Wohnen. Auch sie blieb fit bis wenige Wochen vor dem Tod, den sie ebenfalls im Krankenhaus erlitt. So machte ich wenig Erfahrungen mit der Altenpflege, weiß aber, welche Belastung das Thema für die nachwachsende Generation ist, egal, ob die Eltern im Pflege-/Altenheim oder zu Hause leben.

Allen Menschen, die ihre Verwandten pflegen (lassen), sei das Buch Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut ans Herz gelegt. Es ist keine fachwissenschaftliche Anleitung zum Umgang mit Senioren oder Dementen oder Hilfsbedürftigen, aber zwischen den Zeilen lernte ich sehr viel über das „richtige“ Verhalten. Und konnte sogar noch schmunzeln. Denn das Thema Altenpflege rührt Stefanie Lang nicht mit Samthandschuhen oder falscher Scham an, sondern beschreibt die Bedingungen und Zustände herzhaft, klar, menschlich und ehrlich. Deutlich wurde mir beim Lesen, welche Verantwortung Pflegekräfte haben. Sie wischen nicht nur Dreck weg oder putzen Hintern ab. Nachlässigkeit des Personals kann tödlich für die Betreuten sein! Eine Altenpflegerin muss Krankheiten erkennen, mit Ärzten zusammenarbeiten, psychologische Hilfestellung geben und und und

Ich finde, auch wenn Sie keine Altenpflegerin, kein Altenpfleger sind oder werden wollen, lohnt es sich das Buch zu lesen. Danach sehen Sie das Thema Altenpflege mit anderen Augen!

Irvin D. Yalom, Denn alles ist vergänglich

Das erste Buch, das ich von Irvin D. Yalom las, war Und Nietzsche weinte. Das war in den 1990ern. In dem Buch trafen Friedrich Nietzsche und Josef Breuer um 1882 in Wien zusammen. Auch Sigmund Freud und Lou Andreas-Salomé spielten eine Rolle. Wegen lähmenden Anfällen von starken Kopfschmerzen soll Nietzsche von Breuer behandelt werden, doch im Lauf der philosophische Gespräche drehen sich die Verhältnisse um und Breuer wird von Nietzsche behandelt. Nietzsche dagegen steckt in Einsamkeit und Verzweiflung fest, während Breuer aus seinem bisherigen bürgerlichen Leben ausbricht und sein Leben bewusst zu wählen lernt.

Zur Person von Irving David Yalom

Irvin David Yalom, ehemals Professor für Psychiatrie an der Universität Stanford, ist einer der einflussreichsten amerikanischen Seelenforscher. Er half die Psychoanalyse weiterzuentwickeln und als immer noch angewandte Methode der psychotherapeutischen Behandlung zu fördern. Besonders seine breitenwirksamen Romane halfen ihm dabei. Darunter Die rote Couch, Die Reise mit Paula oder Die Schopenhauer-Kur. In der Praxis schlägt Yalom einen therapeutischen Pluralismus vor, der sich aus unterschiedlichen Therapierichtungen speist. Mit dem Patienten sieht er den Therapeuten auf einem gemeinsamen Weg, der von Freundschaft geprägt sein sollte.

Denn alles ist vergänglich

Nun veröffentlichte Irvin David Yalom sein neuestes Werk Denn alles ist vergänglich – Geschichten aus der Psychotherapie. Darin erzählt er zehn spannende Fälle aus seiner psychotherapeutischen Praxis und entschlüsselt sie. Frustrationen, Geheimnisse, Zwangslagen zeigen uns die persönlichen Sehnsüchte und Motivationen von Menschen, die seelisch leiden. Immer kommt dabei auch Yaloms Ringen zwischen seiner eigenen Betroffenheit und seiner Rolle als Therapeut zur Sprache. Wir blicken tief in die menschliche Seele und den Schmerz, die Verwirrung, aber auch Freude und Hoffnung, die in einem therapeutischen Prozess zum Tragen kommen. So zeigt Irvin D. Yalom, dass die Psychoanalyse aufregende Geschichten zu bieten hat.

Der Titel des Buches ist den Selbstbetrachtungen von Marc Aurel entnommen: „Denn alles ist vergänglich. Alles dauert einen Tag – die da rühmen und die da gerühmt werden. Bald wirst du alles vergessen haben, und bald werden auch dich alle vergessen haben. Bedenke, dass du bald niemand und nirgends sein wirst.“ Irvin D. Yalom schreibt für Menschen, das zeigt das seinem Buch vorangestellte Zitat, die persönlich durch ihre existenziellen Krisen und die Berührung mit dem Tod wachsen wollen. Denn alles ist vergänglich – Geschichten aus der Psychotherapie ist eine unterhaltsame und zum Nachdenken anregende Art, sich mit dem Altern und Sterben auseinanderzusetzen. Die zehn enthaltenen Geschichten sind lehrende Geschichten, in denen Yalom psychotherapeutische Erfahrung, Philosophie und geschichtliche Forschung verbindet. Das Ziel dabei ist Selbsterkenntnis des Lesers zu fördern, denn nur mit Selbsterkenntnis könnten Menschen gut leben, so der Psychoanalytiker. Und gegen die Angst vor dem Sterben empfiehlt Yalom kostbare Beziehungen, denn sie mäßigten den Schmerz der Vergänglichkeit.

Mark Twain jetzt als E-Book lesen

Gestern vor 105 Jahren starb Samuel Longhorne Clemens in Redding, Connecticut. Wir kennen ihn vor allem als Autor der Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Viel mehr haben die Wenigsten von Mark Twain, so das Pseudonym des brillanten Satirikers, gelesen. Dabei umfasst sein Werk viele weitere Erzählungen und vor allem Reisereportagen. Unter anderem auch über seine Reisen in Deutschland. Hier kam er mit der deutschen Sprache in Kontakt, zu der er meinte: „Es gibt gewiß keine andere Sprache auf der Welt, die so systemlos ist, so schlüpfrig und aalglatt, um sie zu fassen. Man treibt darin umher wie in einem brandenden Meer, bald hierhin, bald dorthin, in der elendesten Hilflosigkeit, und wenn man einmal glaubt, eine Regel gefunden zu haben, welche festen Grund bietet, um einen Augenblick in dem allgemeinen Wirrwarr und Tumult der zehn Redeteile auszuruhen, so vernimmt man in der Grammatik: Der Schüler gebe acht auf folgende Ausnahmen.“ Nicht nur hier zeigt sich Mark Twain als Humorist und scharfzüngiger Kritiker. In seiner Heimat geißelte er den alltäglichen Rassismus und seine Literaturhelden durchschauen stets die Verlogenheit, Bigotterie und Heuchelei der herrschenden Verhältnisse.

Seine Kindheit verbrachte Mark Twain in einem ärmlichen Elternhaus am Mississippi, der später eine wichtige Kulisse in seinen Werken wird. Beim Missouri Courier wurde er zum Schriftsetzer ausgebildet und veröffentlichte schon bald kurze Artikel in dieser und anderen Zeitungen und Journalen. Bald ergriff ihn die Reiselust und er wanderte als Schriftsetzer arbeitend durch den Osten und Mittleren Westen der USA, immer wieder Bibliotheken besuchend, in der er sich seine Allgemeinbildung anlas. 1855 ließ sich Mark Twain zum Lotsen auf dem Mississippi ausbilden und arbeitete bis 1861 in diesem Beruf. In dieser Zeit trat er auch den Freimaurern bei, von denen er sich 1868 aber wieder distanzierte. Als 1861 der Sezessionskrieg ausbrach, setzte er sich nach Westen ab und versuchte sich als Goldgräber, veröffentlichte jedoch auch zahlreiche Artikel, die den Mythos des „Wilden Westens“ bilden halfen.

Zu Mark Twain wurde Samuel Longhorne Clemens in Redding 1863. Mark Twain ist ein Ruf der Mississippi-Flussschiffer, der so viel wie „Zwei Faden tiefes Wasser“ bedeutet. Er wählte dieses Pseudonym, weil er sich lebenslang der Arbeit als Steuermann auf dem trüb-flachen Mississippi verbunden fühlte. Nach einigen Reisen durch Kalifornien, Nevada, Hawaii erschienen nach und nach Artikel in New Yorker Zeitschriften, die ihn bekannter werden ließen. 1869 erschien sein erstes Reisebuch, das Europa und den Nahen Osten beschrieb. 1870 heiratete er eine teilweise gelähmte Frau und ließ sich 1871 in Harford, Connecticut, nieder. Hier schrieb er seine bekanntesten Werke. Immer wieder unterbrach er sein Schreiben durch ausgedehnte Reisen. Auch als Unternehmer bewies er sich mit dem Kauf eines Anteils der Zeitung Buffalo Express und seiner Beteiligung an einem Verlag. Mit dem Verlagshaus geriet er in Bankrott, war auf finanzielle Hilfe von Mäzenen angewiesen und hatte den Tod seiner Frau und drei seiner vier Töchter zu verkraften. Sarkasmus und Ironie wurden seine Krücken, mit denen er durch das Alter stapfte.

Mark Twains Literatur ist kolumnistisch, übertreibt, lügt, fabuliert und flüchtet aus der Realität, die andererseits zu seiner Zeit nirgends so detailliert kritisiert wird. Amerika und die Welt liebten den geschwätzigen und munteren Schwafler und touristischen Lügenbaron, der mit stilistischen Konventionen brach und den umgangssprachlichen Dialekt des Mittleren Westens in die Literatur einführte. Noch heute liest sich Mark Twain frisch und unverbraucht. Sein 105. Todestag kann Anlass sein, ihn neu zu entdecken – über Tom Sawyer und Huckleberry Finn hinaus. Seit es ihn in E-Book-Ausgaben gibt, ist das Vergnügen Mark Twain zu lesen noch dazu sehr günstig. Die Preise beginnen bei 99 Cent!

Hier finden Sie günstige E-Books von Mark Twain!

mark twain

Nur einen Horizont entfernt – der neue Roman von Lori Nelson Spielman

Lori Nelson Spielmans neuer Roman ist Nur einen Horizont entfernt. Erstens heißt er so. Zweitens erscheint er in Kürze: am 21. Mai 2015.

Nur einen Horizont entfernt: XXL-Leseprobe
Nur einen Horizont entfernt: XXL-Leseprobe

Lori Nelson Spielman, Autorin des Bestsellers Morgen kommt ein neuer Himmel, ist wieder eine wundervolle, bewegende Geschichte gelungen. Falls auch Sie den Erscheinungstag nicht mehr erwarten können: Lesen Sie doch schon mal in die gratis XXL- Leseprobe von Nur einen Horizont entfernt als eBook im ePub-Format rein!

„Nur einen Horizont entfernt – der neue Roman von Lori Nelson Spielman“ weiterlesen

E-Books als Bundle günstiger bei Weltbild

Früher warb man mit „Kauf drei, zahl zwei!“ Heute spricht man von „Bundle“. Ein Anglizismus, wie so viele in der Werbebranche. Bundle kommt aus dem britischen Englisch und meint Bündel oder Paket. Es handelt sich um ein Angebot, das mehrere Produkte umfasst und einen Preisvorteil gewährt. Ja, wo Bundle draufsteht, ist meist eine Spar-Aktion drin. Wer z. B. ein bestimmtes Handy kauft, dem legt der Händler noch eine Sonnenbrille drauf, ohne dass das Handy teurer wird. Oder Sie kaufen ein T-Shirt und bekommen einen Tennisball dazu, ohne Aufpreis.

PAber Vorsicht: Manche Bundles sind nur scheinbar günstig. Oder der Preisnachlass ist so gering, dass sich der Käufer fragen sollte, ob es sich wegen ein paar Prozent Preisvorteil lohnt, Produkte mitzukaufen, die er nicht wollte oder für die weniger Bedarf besteht. Und noch etwas sollte man bedenken: Nicht jedes Bundle macht Sinn. Wozu werde ich bei einem Handy-Vertrag an ein bestimmtes Modell gebunden? Ich will vielleicht die günstigen Vertragskonditionen mit einem völlig anderen Handy-Modell. Bündelangebote also immer genau anschauen! Mir als Mann wäre es zum Beispiel peinlich eine rosa E-Readerhülle um meinen E-Reader zu legen, nur weil es sie im Bundle-Rabatt gibt.

Ein sinnvolles Bundle-Angebot sind Bücher eines bestimmten Autors oder eines bestimmten Genres. Früher war ich begeisterter Buchpaket-Besteller. Je größer und dicker die von der Post gelieferten Pakete, desto glücklicher war mein bibliomanisch tickendes Herz. Dass es jetzt auch E-Book-Bundles gibt, freut mich mindestens genauso. Sie haben Vorteile: Ich kann den Postboten nicht verpassen und muss nicht wie früher lange am Postschalter anstehen. Und das E-Book-Bundle bringt mich auch nicht mehr beim Transport ins Schwitzen. Wie ist doch die Welt in vielem einfacher geworden! Sicher, die E-Books sind flüchtiger und ich kann sie nicht in mein Buchregal stellen und jedem zeigen, was ich lese oder gelesen habe. Aber darauf lege ich heute keinen Wert mehr. Deshalb freue ich mich, dass ich jetzt E-Book-Bundles in unserem neuen Weltbild-Shop entdeckt habe. Nicht für alle Bündel-Angebote kann ich mich erwärmen. Die meisten Bundles sind für Leserinnen gedacht. Etwa die hier:

* Silvia Solzenburg, Ulm-Trilogie
* Sandra Paretti, Geliebte Caroline-Bundle
* Susanne Scheibler, Die Lasarow-Trilogie
* Tamara McKinley, Oceana-Trilogie

und so weiter und so fort

Ich bin aber für Hannsdieter Loy und sein Bundle zu haben oder das Western-Bundle von Mark L. Wood. Auch das Graeme Hague-Bundle klingt für mich nicht schlecht. Ich habe Stichproben im Weltbild-Shop gemacht. Viele der Titel, die es jetzt im Bundle-Sonderangebot bei Weltbild gibt, waren schon vorher günstiger ausgezeichnet. Im Bundle spare ich jetzt noch einmal deutlich mehr. Sie können es nachprüfen! Ich hoffe, dass es bald noch mehr Bundle-Angebote von E-Books bei Weltbild gibt.

Hier finden Sie die günstigen E-Books als Bundle bei Weltbild!

Gesellschaft der Angst von Heinz Bude

Mit dem Buch Gesellschaft der Angst trifft Heinz Bude den Zustand unserer derzeitigen mitteleuropäischen Gesellschaft sehr genau. Heinz Bude ist kein Unbekannter und hat schon viele Bücher soziologischen Inhalts geschrieben. Bekannt sind z. B. die Publikationen Das Altern einer Generation. Die Jahrgänge 1938 bis 1948 (1995), Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft (2008) oder Bildungspanik. Was unsere Gesellschaft spaltet (2011). Bude ist Professor an der Universität Kassel und arbeitet zudem am Hamburger Institut für Sozialforschung, abgekürzt HIS. Gegründet wurde es 1984 von Jan Philipp Reemtsma, um aufklärendes Denken über die Gesellschaft und das Individuum zu fördern. Das heute renommierte unabhängige sozialwissenschaftliche und zeitgeschichtliche Forschungsinstitut machte sich durch ihre „Wehrmachtsausstellung“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt, die eine breite Diskussion über den Vernichtungskrieg der Wehrmacht auslöste und das Bild einer „sauberen“ Wehrmacht zerstörte.

Zu dem Hamburger Institut gehört ein Buchverlag, die Hamburger Edition, der 1994 gegründet wurde und beachtenswerte und viel diskutierte Bücher veröffentlichte. In diesem Verlag erschien kürzlich auch Gesellschaft der Angst von Heinz Bude, der von 1997 bis 2013 einen von drei Arbeitsbereichen des HIS leitete (Die Gesellschaft der Bundesrepublik). Hier hat er eine wachsende öffentliche Wirkung erlangt, weil er einen wachen und kritischen Blick auf unsere Gesellschaft wirft.

Das Buch Gesellschaft der Angst erinnert ein wenig an die Risikogesellschaft von Ulrich Beck. Fast könnte man es als Fortschreibung für heute lesen. Heinz Bude untersucht den Zustand der Mittelschicht in Deutschland und konstatiert eine Gesellschaft, die von Angst geprägt ist. Alles macht dieser Mittelschicht Angst. Jobs sind nicht mehr sicher und damit auch nicht das Bankkonto und der Status. Rivalität herrscht im Büro und im Bett. Dazu die großen Ängste – vor Klimaerwärmung, der Zukunft der Kinder, den Rechtsradikalen oder dem Islam / Islamismus. Zukunftsangst, Angst vor Deflation, Terrorangst, Verlustangst, die Angstliste ließe sich fortsetzen. Angst macht die Leute müde, energielos, lustlos und beschränkt, denn sie wollen keine Hiobsbotschaften mehr hören, interessieren sich nicht mehr für die Probleme der globalisierten Welt.

Gesellschaft der Angst

Unsere Moderne ist durch Unsicherheit geprägt und hat Angst zur Grundlage des Lebens gemacht. In einer lesbaren Sprache präsentiert Heinz Bude in seiner Untersuchung Lebensumstände, die jeder von uns kennt. Dazu Fallbeispiele, Fakten und Studienergebnisse. Lebte der Mensch in den 1980er Jahren schon wie ein Artist auf einem Drahtseil, das ihm der Kapitalismus spannte, so hat der Neoliberalismus unsere Existenz noch schwieriger gemacht. So gut wie nichts mehr ist vorgegeben, kein Weg der Selbstentfaltung ist verschossen, wir haben multioptionale Wahlmöglichkeiten. Doch was ist die richtige Wahl? Durch die 2008 aufgebrochene Wirtschafts- und Finanzkrise verliert sich das Gefühl, auf einer Insel der Glücklichen zu leben, Endzeitstimmung macht sich breit. Denn keiner hat mehr die Garantie, dass er ein sinnvolles Leben führen, die Work-Life-Balance halten kann. Jeder muss sich den Prüfungen der Krise stellen. Nur schwer können die durch die neue Wirtschafts- und Weltordnung bedrohten Mittelschichtmenschen in ihren Redaktionen, Ingenieurs- oder Architektenbüros das Gefühl bekämpfen, abgehängt zu werden. Teile der Mittelklasse gehören zu den Bildungsverlierern, weil sie das „Falsche“ studiert haben, etwas, das heute nicht mehr gefragt ist, weil der Kapitalismus, der alles Leben in produktives, symbolisches, soziales oder ökonomisches Kapital verwandelt, keine Verwendung mehr für sie hat.

Der Leistungsdruck hat enorm zugenommen und lässt immer mehr Verlierer zurück, Leute, die sich betrogen fühlen. Durchsetzen kann sich nur noch derjenige, der sich geschickt in Szene setzen kann, sozial etwas gilt, einen guten Eindruck macht, was wiederum bei anderen zu Anstrengungen führt, „groß herauszukommen“. Die reine Leistung im Beruf bedeutet heute nicht mehr automatisch Erfolg – und das führt zu Ressentiments. Konkurrenz, Verlierer wohin der Einzelne blickt, denn „the winner takes it all“. Jeden Moment kann das eigene Leben zerbrechen. Es braucht Schläue statt Klugheit, Gerissenheit statt Gerechtigkeit in dieser neuen Welt. Mit Höflichkeit oder Freundlichkeit kommt niemand mehr weiter, es sei denn, er setzt sie taktisch ein. Besonders ernüchternd ist die Erkenntnis, dass eine gute Bildung heute nicht mehr automatisch dazu führt, dass man einen guten Platz innerhalb der Gesellschaft besetzt. Das frühere Aufstiegsversprechen ist zu einer Drohung geworden, dass auch der Abstieg schnell möglich ist. Der gesellschaftliche Boden, auf dem wir uns bewegen, ist in der Gesellschaft der Angst schliddrig geworden. Politisch betrachtet, können diese sich ausbreitenden Ängste unsere Gesellschaft zerstören, so die Diagnose des Professors Bude.

Aber warum sind wir zu einer Gesellschaft der Angst geworden? Heinz Bude meint, wir Heutigen folgten nicht mehr unserem eigenen inneren Kompass, sondern verglichen uns zu sehr mit anderen. Soft Skills, Teamwork, die ständige Aufforderung Kompromisse einzugehen, habe uns zu Radarmenschen gemacht, die extern bestimmt werden, sich ständig mit anderen vergleichen und so unsicher werden. Radarmenschen seien abhängig vom Facebook-Button „I like“ der anderen. Einen anderen Halt als die anderen gebe es nicht. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass „es die Anderen besser hinbekommen“. Weil wir bei anderen sehen, welche Lebenschancen bestehen, haben wir Angst davor uns auf etwas Dauerhaftes einzulassen und versuchen uns ständig alle möglichen Optionen offenzuhalten. Das aber führt zu Sinnstress. Dazu kommt die Brüchigkeit von Beziehungen, weshalb junge Leute heute wieder mit Kindern Beziehungen schaffen wollen, die dauerhaft halten. Die Familie heute ist nicht mehr partnerzentriert wie früher, sondern kindzentriert. In allen Bereichen ist der Einzelne heute herausgefordert Selbstoptimierung zu betreiben, um mithalten zu können, das Extra bieten zu können, das ankommt.

Esoterik, Fitnesstraining, Coaching etc. versprechen einen Weg der Angstfreiheit, doch kann es keine Freiheit von Angst geben. Ängste sollte als Veränderungsaufruf gedeutet werden, denn wer sich von Angst leiten lässt, verpasst das Realistische und vermeidet Arbeit an sich selbst. Wer jedes Risiko scheut, verspielt die Zukunft. Egal, wie verheißungsvoll die Türen aussehen, durch die wir treten können: Nicht alle Türen lassen sich von uns öffnen. Heinz Bude hält es durchaus für möglich, dass die Menschen heute wieder mehr Solidarität an den Tag legen, weil nur Solidarität Gemeinschaftsgefühle schaffen kann. Mitmenschlichkeit als Folge der Angst und Möglichkeit, die Angst zu überwinden. Allerdings mache Angst auch für Demagogen empfänglich, die Menschen leichter als früher verführen können. Dazu müsste sich aber die Solidarität durchsetzen und die Zeit der rationalen Egoisten zu Ende gehen. Eine Ratgeberweisheit hält Budes Buch und Analyse jedoch nicht bereit. Wie mit der Angst umgehen? Die Strukturen, die zu der Angst führen, aufbrechen? Dazu müsste es aber zu der kapitalistischen Ordnung, in der wir leben, eine Alternative geben, doch die scheint noch keiner denken zu wollen. Noch erscheint unsere Gesellschaftsordnung als alternativlos.

Gesellschaft der Angst gibt es bei Weltbild in zwei E-Book-Varianten:

als eBook / ePub3

als eBook / PDF

 

 

Der Winter, der ein Sommer war

winter sommerIrmgard Schneeberger ist eine der meistgedruckten deutschen Schriftstellerinnen, den meisten Leserinnen jedoch unbekannt. Ich schreibe bewusst Leserinnen, denn Sandra Paretti, so ihr Pseudonym neben Barbara Gray, wurde und wird kaum von Männern gelesen. Unterhaltungsschriftstellerin für die großen Gefühle und „weiblicher Konsalik“ nannte sie der SPIEGEL. Viele Literaturkritiker konnten nichts mit der 1935 in Regensburg geborenen Schriftstellerin anfangen oder kritisierten sie als Erschafferin von Traumwelten. Gerecht erscheint das nicht, denn Paretti studierte nicht nur Musik und Germanistik in München, Paris und Rom, sondern promovierte auch über Das Kunstmärchen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das und die Tatsache, dass ihr Schreiben einen psychologischen Grundzug aufwies, zeigt, dass Paretti sich mit ihrer Kunst intellektuell auseinandersetzte und nicht nur weibliche Sehnsüchte befriedigen wollte. Der beste Beweis dafür ist ihr Buch Das Echo Deiner Stimme, in dem sie sich mit der Biographie ihrer Mutter und ihrer Kindheit in Regensburg auseinandersetzte.

Einen großen Aufschrei verursachte Sandra Paretti, als sie 1994 mit Hilfe der Schweizer Sterbehilfe-Vereinigung EXIT Suizid beging. Das wäre noch nicht das Erregendste gewesen. Aber dass die exzentrisch lebende Schriftstellerin, die u. a. an den Drehbüchern zu der Fernsehserie „Das Traumschiff“ mitarbeitete, in der Neuen Züricher Zeitung eine euphorische Todesanzeige („Auch das große Fest des Lebens verlasse ich mitten in dem Walzer, zu dem ich eigentlich durch Frühlingswiesen und Vergissmeinnicht-Nächte bis ins Jahr 2000 tanzen wollte …“) veröffentlichte, verziehen ihr viele Moralapostel nicht. Indem sie in der Anzeige der Sterbehilfe-Organisation dankte, habe sie Werbung für den Freitod gemacht. „Wie gerne habe ich mit Euch Feste gefeiert, und doch, Ihr erinnert Euch, war ich immer die erste, die verschwand, lange, bevor die Kerzen herunterbrannten und die Musik verstummte“, schrieb sie in der Anzeige. Ein Satz, der aus ihren Büchern stammen könnte. Klar, dass die Boulevard-Zeitungen tagelang kaum ein besseres Thema hatten. Das Thema Sterbehilfe und eine schöne Leiche, denn Sandra Paretti war eine feine Frau, konnte in den Gesellschaftsspalten der Zeitungen kaum getoppt werden. Raffinesse, Üppigkeit, knöchellange Roben … angeblich empfand sich die Paretti als schöne Dekoration in einem Theaterstück. Jedenfalls trat sie so auf.

Herz-Schmerz gab es nicht nur in ihren Romanen, sondern auch in ihrem Leben. Ganz bewusst entschied sie sich nach Anfangszeiten als Journalistin für die Abendzeitung, kinderlos zu bleiben, um als freie Schriftstellerin arbeiten zu können. Die historischen Romane, auf die sie sich spezialisierte, waren ihre Kinder: Der Wunschbaum, Maria Canossa, Tara Calese, Rose und Schwert, Lerche und Löwe, Purpur und Diamant, Das Zauberschiff, Märchen aus einer Nacht, Der rote Vogel, Südseefieber, Villa Parese oder Paradiesmann lauteten die Namen. Zwischen den Buchdeckeln Frauenhelden, Amouren, Chuzpe von Lebenskünstlern, idyllische Strände, exotische Paradiese, Luxus und Geheimnis, Leidenschaft und Charisma, Überraschungen in Herrenclubs, Pariser Französinnen, Kronprinzessinnen und Mädchenhändler – nichts ließ sie aus, was Frauenherzen bewegen kann. Mehr als 30 Millionen Bücher waren zu ihrem Tod gedruckt und in fast 30 Sprachen übersetzt. Das Geld für ihre Werke ermöglichten Frau Schneeberger, die 15 Romane schrieb, ein Leben wie im Roman, zuletzt in einem kitschigen Ambiente am Zürichsee, wo sie sich einen Namen als Partylöwin von Zürich machte.

winter sommerDer Winter, der ein Sommer war heißt ihr wohl erfolgreichstes Buch. Es erschien 1972 und wurde 1976 in mehreren Teilen für das ARD-Fernsehen verfilmt. Es handelt sich um einen Gesellschaftsroman mit historischem Hintergrund und einer sozialkritischen Note, der auf Tatsachen beruht. Denn 1776 schloss der hessisch-kasselsche Landgraf Friedrich II. mit dem britischen König einen Vertrag. Darin mietete der Brite für 30 Taler Kopfgeld etwa 12.000 Soldaten aus der deutschen Landgrafschaft, um sie im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg einzusetzen. Rücksichtslos wurden Menschen wie Schlachtvieh ihrer Freiheit beraubt, während sie dem Landgrafen Gelder in die Kasse spülten. In Der Winter, der ein Sommer war wird einer seiner hartnäckigen Werbeoffiziere umgebracht. Dadurch kommt Robert von Haynau unter Mordverdacht. Der mit ihm verfeindete Stiefbruder Claus von Haynau liefert ihn seinen Verfolgern aus, und Robert soll hingerichtet werden. Doch stattdessen landet er bei den Söldnern, die für Amerika bestimmt sind. Oberst Rall beordert ihn ausgerechnet in das Bataillon, das Claus von Haynau unterstellt ist. Claus von Haynau schikaniert seinen Stiefbruder Robert. Deshalb will der zusammen mit Soerman und seiner Mutter zu dem unweit gelegenen Besitz seines leiblichen Vaters fliehen. Claus versucht das zu verhindern und als 1776 die Amerikaner unter General Washington die Hessen-Söldner zu Weihnachten am Delaware überraschend angreifen, spitzen sich die Auseinandersetzungen zwischen Claus und Robert zu.

Lange wurde der historische Roman lange nicht mehr nachgedruckt. Das E-Book und die Digitalisierung machten uns die Neuauflage für den tolino möglich: Nur bei Weltbild erhalten Sie den Top-Titel zu einem exzellenten Preis! Der Winter, der ein Sommer war hier ohne DRM downloaden!

Anthony Horowitz: Der Fall Moriarty

Anthony Horowitz´ Buch Der Fall Moriarty erschien 2014 im Insel-Verlag Berlin. Mit diesem Buch knüpft Anthony Horowitz an Sir Arhur Conan Doyle und seine Figur Sherlock Holmes an, die bis heute Vorbild des analytisch-rational ermittelnden Privatdetektivs ist. Weil ihm das Verfassen ständig neuer Sherlock-Holmes-Kurzgeschichten und Romane zum Hals heraushing und er lieber historische Romane schreiben wollte, versuchte Doyle sich seiner Detektiv-Figur zu entledigen. Er erschuf die Figur James Moriarty, den gefährlichsten Gegner, den Sherlock Holmes je hatte, weil er dem Detektiv intellektuell gleichwertig war. Professor James Isaac Moriarty wurde von Arthur Conan Doyle als „Napoleon des Verbrechens“ erfunden. Der Schriftsteller führte ihn in The Final Problem (Das letzte Problem) ein. Moriarty sollte Sherlock Holmes umzubringen und so die Sherlock-Holmes-Geschichten beenden. Doyle schreibt Moriarty ein außergewöhnliches mathematisches Talent zu, das schon in der Kindheit aufschien und Moriarty mit 21 Jahren eine Abhandlung über den Binomischen Lehrsatz verfassen lässt, die ihn auf den Lehrstuhl einer englischen Universität hievt. Von dort geht Moriarty als Berater des Militärs nach London, wo er ein Verbrechersyndikat aufbaut. Sherlock Holmes erkannte bald Moriartys Bedeutung und schrieb dessen Organisation die Hälfte der Londoner Verbrechen zu. Dem kriminalistischen Spürsinn Holmes´gelang es nach und nach, Moriartys Verbrecherring in London zu sprengen, doch konnte Moriarty entkommen und nach Frankreich, Belgien und dann in die Schweiz flüchten. Im Land der Alphörner und Banken kam es am 4. Mai 1891 an den Reichenbachfällen nahe Meiringen zu einem Zweikampf, bei dem die beiden Kontrahenten in den Abgrund der Reichenbachfälle abstürzten und in deren komplizierten Kesselsystem untergingen.

Der Tod des beliebten Privatdetektivs Sherlock Holmes hatte Empörung der großen Lesergemeinde von Doyle zur Folge, der sich für das abrupte Ende verteidigen musste und das mit den Worten tat: „Wenn ich Sherlock Holmes nicht getötet hätte, hätte er zweifellos mich getötet.“ Aber die Fangemeinde des Super-Kriminalisten gab nicht auf, so dass sich Arthur Conan Doyle 1901 erweichen ließ, Sherlock Holmes auferstehen zu lassen. Doyle baute ihn seinen Roman „Der Hund von Baskerville“ ein, der vor Sherlock Holmes´ Tod spielte und ein großer Erfolg wurde. Doyle verdiente an dem Buch so viel Geld, dass er Sherlock Holmes Tod in der Kurzgeschichte „The Empty House“ („Das leere Haus“) revidierte. In ihr erzählt Holmes, dass er an den Reichenbachfällen mittels einer japanischen Kampfkunst dem Griff Moriartys entkommen konnte und sich nach dem Tod des bösen Professors in den Wasserfällen über die Klippen retten konnte. Dass er für tot erklärt wurde, nutzte Holmes, um drei Jahre mit Studien und Reisen im Ausland zu verbringen und frei von Verpflichtungen zu sein. Nur sein Bruder Mycroft wusste Bescheid und finanzierte ihn. Mit dieser Fiktion konnte Arthur Conan Doyle eine zweite Sherlock-Holmes-Phase einleiten, in der er drei Kurzgeschichten-Sammlungen und den Roman The Valley of Fear (Das Tal der Angst) verfasste. Die letzte Sherlock-Holmes-Geschichte erschien 1927.

Moriarty

Sherlock Holmes entwickelte ein langes Nachleben, auf das hier nicht eingegangen werden kann. Nur soviel: Es gibt noch heute Menschen, die glauben, Sherlock Holmes sei eine historische und lebende Person gewesen. So realistisch schilderte Doyle seinen Helden. Ähnliches geschah auch Professor Moriarty. Besonders seit den 1970er Jahren beschäftigten sich Autoren und Regisseure mit seiner Person. So tauchte er 1974 in Nicholas Meyers Roman Kein Koks für Sherlock Holmes auf. In dem Film Das Geheimnis des verborgenen Tempels von 1985 erscheint Moriarty als Lehrer von Sherlock Holmes. Auch in dem Buch Der letzte Sherlock-Holmes- Roman (1978) oder in The Secret of Sherlock Holmes (1988) lebte Moriarty weiter. Nur ein paar Beispiele, die für ungezählte weitere stehen. Übrigens gibt es auch Bücher, in denen auch Moriarty den Sturz in die Reichenbachwasserfälle überlebt …

Mit dem Roman The House of Silk (Das Geheimnis des weißen Bandes) wandte sich der vielfache englische Literatur-Preisträger Anthony Horowitz dem Sherlock-Holmes-Thema zu. Es war der erste neue Roman um den genialsten Detektiv aller Zeiten seit dem Tod von Arthur Conan Doyle. Dem internationalen Bestseller-Autor Anthony Horowitz gelang dabei das Kunststück, den Schreibstil Arthur Conan Doyles perfekt zu imitieren. Der Fall Moriarty von Horowitz setzt mit dem Tod von Sherlock Holmes an. Ein paar Tage nach dem Sturz in die Reichenbachwasserfälle kommt der Pinkerton-Detektiv Frederick Chase von New York nach Europa. Denn in London tauchte ein mysteriöser Mann mit dem Namen Devereux auf und nahm Moriartys Platz in der Verbrechenswelt ein. Zusammen mit dem Scotland-Yard-Ermittler Athelney Jones verfolgt Chase nun den Nachfolger Moriartys. Dabei verbindet sich der Stil der alten Holmes-Geschichten mit der Rasanz von heutigen Thrillern. Ein besonderer Tipp für Fans des Krimi-Genres!