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Wann kommt der eBook Reader mit Farbdisplay?

Um es vorweg zu nehmen: Nein, es gibt noch immer keinen „richtigen“ eBook Reader mit Farbdisplay. Wobei „richtig“ heißen soll, mit eInk-Display oder einer vergleichbaren Technologie, also stromsparend und vor allem augenschonend und damit für längeres Lesen geeignet.

Um eBooks mit Farbabbildungen zu lesen oder anzuschauen – ob Bilderbücher, Reiseführer, Bildbände, Comics oder andere – muss man also noch immer andere Wege beschreiten und Kompromisse eingehen. Hier ein kurzer, aktueller Überblick.

Am einfachsten ist natürlich, man nimmt ein normales Smartphone oder Tablet (die in der Regel alle ein Farbdisplay haben) und lädt sich eine aktuelle eBook-Reader-App drauf. Die tolino App zum Beispiel bietet verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für Licht und Display und man kann sich das Lesen dadurch angenehmer machen. Solche Apps sind gut für die Lektüre zwischendurch geeignet, ein komplettes Buch wird man damit trotz individueller Einstellungen nicht lesen wollen.

tolino Leseapp

tolino Leseapp

Für langes Lesen sind auch Webreader nicht sehr vorteilhaft, die außerdem eine stabile Internet-Verbindung benötigen. Allerdings sind sie je nach Anbieter überaus praktisch, weil man mit beliebigen Geräten (PC, Smartphone, Tablet etc.) ohne die Installation einer App oder eines Programms Zugriff auf die persönliche Bibliothek hat, siehe tolino Webreader.

Tablets „mit eBook-Reader-Funktion“ (wie das im letzten Jahr bei Aldi erhältliche Medion Lifetab E6912) bieten übrigens ebenfalls kein eInk-Display, sondern wie einige der oben genannten eBook-Reader-Apps lediglich diverse Möglichkeiten zur Regelung von Display-Helligkeit und –Farben.

Schon vor drei Jahren hat der russische Hersteller Yota ein Smartphone mit zwei Bildschirmen auf den Markt gebracht. Das YotaPhone 2 verfügte über ein normales Farbdisplay und einen eInk-Bildschirm; geeignet zum Bilder anschauen das eine, zum längeren Lesen das andere Display. Auch wenn die eInk-Bildschirmdiagonale mit 4,7 Zoll zum eBooks lesen recht bescheiden war, eine gute Idee war’s auf alle Fälle. Durchgesetzt hat sie sich (noch?) nicht.

Mit der Zwei-Bildschirme-Lösung wartet auch die ebenfalls schon ein paar Jahre alte Idee auf, in zukaufbare Smartphone-Hüllen eInk-Displays zu verbauen. Der CoverReader von PocketBook war hier 2013 ein Vorreiter. Zwischenzeitlich gibt (bzw. gab) es solche Hüllen zwar für verschiedene Smartphone-Modelle, aber auch hier sind die Displays recht klein und auch hier gilt: Sie haben sich am Markt nicht durchgesetzt. Zuletzt scheiterte Presse-Meldungen zufolge die innovative eInk-Hülle popSlate 2 für das iPhone, weil die darin verbaute Technik angeblich den Empfang des angeschlossenen Smartphones störte.

Fazit: Wer oft und lange in seinen eBooks lesen will, kommt um einen eBook Reader mit eInk-Display nicht herum. Wer auf die farbige Darstellung von Bildern oder Diagrammen nicht verzichten kann, muss sich noch immer nach einer Alternative umsehen, also PC, Tablet oder Smarphone nutzen. Beides zugleich mit einem Bildschirm auf einem Gerät? Leider noch in weiter Ferne.

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