Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaitre

Drei Tage und ein Leben (eBook bei Weltbild)
Drei Tage und ein Leben (eBook bei Weltbild)

In Frankreich ein Bestseller, ab Anfang September auch auf Deutsch erhältlich: In Drei Tage und ein Leben (eBook bei Weltbild) erzählt Pierre Lemaitre von Mord, Schicksal und davon, wie es sich mit einer ewigen, schweren Schuld lebt.

Drei Tage und ein Leben – Inhalt

1999. Einen Tag vor Weihnachten verschwindet im französischen Beauval ein sechsjähriger Junge. Familie und Freunde durchkämmen die Umgebung. Doch am dritten Tag fegt ein Jahrhundertsturm über die Gegend hinweg und vernichtet sämtliche Spuren. „Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaitre“ weiterlesen

Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr

Ich sollte mir den Namen Anthony Doerr einprägen. Nach der Veröffentlichung von Alles Licht, das wir nicht sehen allemal. Obwohl es schon in den letzten Jahren Gründe gegeben hätte, auf den 1973 in Cleveland, Ohio, geborenen amerikanischen Schriftsteller aufmerksam zu werden. Denn in seiner Heimat erhielt er schon den Barnes & Noble Discover Prize, den Young Lions Fiction Award der New York Public Library, den The Story Prize, den Rome Prize …

Pulitzer-Preis für Alles Licht, das wir nicht sehen

Doerrs neues Buch Alles Licht, das wir nicht sehen kam unter die Finalisten für den National Book Award und errang den Pulitzer-Preis für Belletristik. In der New York Times-Bestsellerliste stand das Buch auf Platz eins. Kurz, worum es in dem Roman geht, der 1944 in Saint-Malo seinen Ausgangspunkt hat. Marie-Laure ist ein junges, blindes Mädchen, das mit ihrem Vater, der am „Muséum National d’Histoire Naturelle“ arbeitete, aus dem von der Wehrmacht besetzten Paris floh, um bei ihrem kauzigen Onkel in der Stadt am Meer Zuflucht zu finden. Einst hatte der ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos, das ihr der Vater erneut zur Orientierung bastelte, der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, in dem der Vater arbeitete. Nach diesem Schatz jagen die Nazis. Als diese Marie-Laures Vater aufspüren, verschleppen ihn die Deutschen und verhören ihn wegen des gesuchten Schatzes.

altes Saint-Malo

Etienne, so heißt Marie-Laures Onkel, gehört zur Résistance. Mit einem selbstgebastelten Sender versorgt er sie mit Meldungen über den deutschen Feind. An dieser Stelle kommt Werner Hausner ins Spiel. Einst ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wurde er von den Nazis wegen seiner technischen Begabung gefördert und auf einer Napola gedrillt. Jetzt gehört er zu einer Wehrmachtseinheit, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Werners Einheit dringt auf der Suche nach dem Widerstandssender nach Saint-Malo vor. Hier kreuzen sich für einen folgenreichen Moment die jungen Lebenswege von Marie-Laure und Werner.

Anthony Doerrs Kunst

Was besonders auffällt an dem Buch ist die gute Beobachtungsgabe von Anthony Doerr für die Gefühle der Menschen. Dazu verwendet er eine poetische und bildreiche Sprache, die nicht abgenutzt wirkt. Momentaufnahmen aus dem Leben der beiden Hauptfiguren beschreibt Doerr aus deren Sicht. Besonders die blinde Marie-Laurie besitzt eine eigene Wahrnehmung der Dinge. Der Leser erlebt Zeitsprünge, die für Spannung sorgen, ohne zu verwirren. Zur Spannung tragen auch die historischen Entwicklungen, die geschildert werden, und die Entwicklung der vielschichtigen Hauptpersonen bei. Symbole wie das Licht und der Schlüssel ziehen sich wie ein roter Faden durch wichtige Stellen der Schilderung. Während der Krieg Talente von Menschen benutzt, um das Böse zu verwirklichen, wirken die Menschlichkeit und Liebe der Geschichte wie Licht in dunkler Zeit. Sie entwickeln einen hypnotischen Sog, dem sich der Leser von Alles Licht, das wir nicht sehen kaum entziehen kann.

Saint-Malo 1944