| iRex - geläutert und wieder im Rennen |
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Viele eInk-Enthusiasten wird die Nachricht Mitte 2010 getroffen haben, wie der Blitz: iRex hatte Insolvenz angemeldet. Nach knapp zwei Monaten Bangen und Warten kam nun die Nachricht, dass bei iRex in Kürze (vsl. September '10) wieder die Lichter angehen. CEO Hans Brons konnte erfolgreich eine Finanzierung an Land ziehen und damit
die 10 Millionen an bis dato aufgelaufenen Schulden tilgen und das weitere Fortbestehen sichern. Der kleine Hersteller soll unter dem Namen IRX Innovations weiter bestehen, die Arbeitsplätzer der 24 Mitarbeiter sind ebenfalls gesichert.Rückblick Wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass einer der ersten und erfahrensten Hersteller von eInk-Devices Insolvenz anmelden musste? iRex ist seit mehreren Jahren im Bereich Business-eReader tätig und besitzt meiner Meinung nach (als Ex-User eines DR 1000) immer noch die mitunter fortschrittlichsten Geräte. Eine wie ich denke gravierend falsche Management-Entscheidung führte zum Disaster. iRex entschloss sich, neben seinen hochpreisigen Business-eReadern DR 1000 und iLiad - beide waren über Jahre hinweg zu Preisen ab 600 € aufwärts zu bekommen - ein "Consumer-Gerät" einzuführen. Dafür musste man in der Alten Welt 499 € auf den Tisch legen. Während das ganze schon hierzulande recht ambitioniert schien in Hinsicht auf die noch geringe Größe des Marktes, des Herstellers und seiner Marketingpower sowie der Zahlungsbereitschaft der Kunden, suchte sich iRex auch noch den schwierigen US-Markt als Kernziel für seine Produkteinführung aus. Amazons Kindle, Barnes & Noble's Nook, die Sony Reader und auch erste Discount eReader wie jener von Kobo warteten bereits mit gefletschten Zähnen auf den "Snobby European". Apple's iPad bot schliesslich auch noch ein deutliches Mehr an Funktionen zum selben Preis und machte den Sargdeckel für iRex zu - Mission Amerika beendet. Der DR 800 verstaubte als europäischer Freak-eReader in den Filialen der Einzelhandelskette BestBuy, iRex's einzigem bedeutendem Vertriebskanal auf dem US-Markt. In Europa gingen nach wenigen Monaten die Lichter aus, wahrscheinlich hatte dieses Abenteuer einfach zu viel gekostet und zog damit nun auch die beiden bereits etablierten Business-Modelle in den Abgrund. Kehrtwende in die richtige Richtung Nun möchte IRX Innovations sich vollends auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Business eReader for Business People. Einleuchtend! Bereits seit Anfang des Jahres ist der begehrte iRex DR 1000 nicht mehr zu bekommen. Über einen gut informierten Insider habe ich erfahren, dass iRex nur eine sehr geringe Monatsproduktion für dieses Modell vorgesehen hatte. Wahrscheinlich wurde dem DR 800 eine höhere Priorität eingeräumt. Da frage ich mich, wieso die Firma nicht schon lange den Weg der Spezialisierung eingeschlagen hat - dem einzigen Weg, der in den heutigen Märkten kleinen Herstellern noch ein gutes und relativ gesichertes Auskommen ermöglicht. Und mit dem Business-Segment ist das noch nicht mal ein uninteressantes Segment. Universitäten, Behörden, Beschaffungsunternehmen großer Firmen und viele andere Unternehmen gehören seit langem zu meinen Interessenten für den DR 1000, teilweise wurden 4-stellige Stückzahlen für Orders angefragt (...leider nicht bestellt :-). Und bei der aktuellen iRex Produktlinie ist schon fast alles vorhanden was B2B / B2G-Kunden brauchen. Nehmen wir als gutes Beispiel das Software Development Kit, um das Linux-Betriebssystem der DR 1000-Modelle den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Von solchen guten Business-Genen können die meisten Consumer-eReader nur träumen! Auch die Bildschirme >8 Zoll sind bis dato ein Unikum im europäischen Markt (Ausnahme: Kindle DX, den man sich aber erst über den Teich schippern muß) und machen die Geräte in Verbindung mit der guten Notizfunktion (mit Export zum PC und Dokument-Merging) zum momentan einzig vernünftigen eReader für wissenschaftliches Arbeiten. Kunden aus diesem Bereich haben mir dies immer wieder bestätigt. Der Blick nach vorne Gerade in diesem profitablen und von der Konkurrenz noch verschonten Markt möchte sich IRX Innovations also nun mit seinem Technologie-Vorsprung behaupten. Meinen Segen haben Sie, ich halte die Entscheidung für goldrichtig. Wenn IRX es schafft mit den Mehreinnahmen durch seine Premiumpreise konstant die F&E-Ausgaben auf hohem Niveau zu halten und sich streng an den Bedürfnissen seiner Business-Kunden ausrichtet, könnte der Pionier wieder jener Innovationsführer im Bereich eReading werden, der er als iRex Technologies vor einigen Jahren bereits einmal war. (Martin Schnell, News fd.nl) |

Viele eInk-Enthusiasten wird die Nachricht Mitte 2010 getroffen haben, wie der Blitz: iRex hatte Insolvenz angemeldet. Nach knapp zwei Monaten Bangen und Warten kam nun die Nachricht, dass bei iRex in Kürze (vsl. September '10) wieder die Lichter angehen. CEO Hans Brons konnte erfolgreich eine Finanzierung an Land ziehen und damit
die 10 Millionen an bis dato aufgelaufenen Schulden tilgen und das weitere Fortbestehen sichern. Der kleine Hersteller soll unter dem Namen IRX Innovations weiter bestehen, die Arbeitsplätzer der 24 Mitarbeiter sind ebenfalls gesichert.